Frühjahrsmüdigkeit in der Tibetischen Medizin

Frühjahrsmüdigkeit in der Tibetischen Medizin

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Die Frühjahrsmüdigkeit in der TTM

Von Florian Ploberger

In dem bedeutendsten Werk der Tibetischen Medizin „rgyud bzhi“ („Die vier Tantra der Tibetischen Medizin“) ist ein Kapitel, nämlich das vierzehnte des zweiten Abschnittes, dem Thema „Verhalten gemäß den Jahreszeiten“ gewidmet. Ein Teil dieses Kapitels widmet sich der „Frühjahrsmüdigkeit“.

Ursache der Frühjahrsmüdigkeit

Als Ursache dieser Frühjahrsmüdigkeit wird eine Schwäche der Hitze des Verdauungstraktes mit daraus resultierendem Überschuss von „bad kan“ (Schleim) genannt.

Anbei ein Auszug der Übersetzung des entsprechenden Kapitels, der dies veranschaulicht: „Während des Winters sammelt sich bad kan im Bereich des Brustkorbes an und wird schließlich im Frühling, aufgrund der Wärme dieser Jahreszeit, abgebaut. Dadurch wird die Hitze des Verdauungstraktes behindert, und es kommt zur Manifestation einer bad kan-Krankheit. Zur Beruhigung von bad kan sollte man Nahrung der letzten drei Geschmacksrichtungen (bitter, scharf und zusammenziehend) zu sich nehmen. Empfehlenswert sind abgelagerte Gerste, das Fleisch von Tieren aus wasserarmen Gegenden, Honig, abgekochtes Wasser, ein Dekokt aus Ingwer und Speisen mit rauen Eigenschaften. Regelmäßiges Betreiben von Sport und eine trockene Massage mit gemahlenen Körnern werden zur Beruhigung von bad kan-Krankheiten empfohlen. Man sollte es sich in schattigen Gärten, die süße Düfte verbreiten, gemütlich machen.“

Wie immer gelten auch bei Frühjahrsmüdigkeit in der Tibetischen Medizin ausgehend von einer präzisen Diagnostik, welche die Analyse des Pulses, die Betrachtung des Urins sowie die Befragung des Patienten beinhaltet, die individuell an den Patienten angepassten Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen des Arztes. Darüber hinaus kommen sogenannte äußere Therapien wie beispielsweise Moxibustion, Massage und die Goldene-Nadel-Akupunktur zur Anwendung. Am effizientesten werden individuell an die Befindlichkeit des Patienten angepasste tibetische Pillen angesehen. Diese Pillen werden 2 bis 3 Mal täglich mit heißem Wasser eingenommen.

Literaturempfehlungen:

Ploberger, F. (2012)

Die Grundlagen der Tibetischen Medizin,

eine Übersetzung des Werkes „Fundamentals of Tibetan Medicine“
der Men-Tsee-Khang Publications,

2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa.

Ploberger, F. (2013)

Wurzeltantra und Tantra der Erklärungen der Tibetischen Medizin,

2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa.

 

Ploberger, F. (2015)

Das letzte Tantra aus Die vier Tantra der Tibetischen Medizin,

Schiedlberg: Bacopa.

Dr. med. FLORIAN PLOBERGER, B.Ac., MA

TCM-Arzt, Univ.-Lektor, Präsident der ÖAGTCM, Tibetologe, Fachbuchautor, www.florianploberger.com

Dr. Florian Ploberger

Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA, TCM-Arzt, Tibetologe, Fachbuchautor. Internationale universitäre und interdisziplinäre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen Tibetische Medizin und TCM. Präsident der Österreichischen Ausbildungsgesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (ÖAGTCM). Mehrere Bücher veröffentlicht. (Schwerpunkte: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM sowie Tibetische Medizin). Von der Direktion des Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien) mit der Übersetzung der ersten beiden und des letzten Teils des bedeutendsten Werkes der Tibetischen Medizin (rgyud bzhi) beauftragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.florianploberger.com