{"id":11534,"date":"2017-02-15T16:43:27","date_gmt":"2017-02-15T15:43:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/?p=11534"},"modified":"2025-08-24T16:33:55","modified_gmt":"2025-08-24T14:33:55","slug":"eine-tibetische-rezeptur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/tcm-akupunktur\/eine-tibetische-rezeptur\/","title":{"rendered":"Eine tibetische Rezeptur aus Sicht der TCM"},"content":{"rendered":"<h2>Eine Rezeptur der Traditionell Tibetischen Medizin aus Sicht der TCM<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-11535 alignleft\" src=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tea-623796_1920.jpg\" alt=\"\" width=\"263\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tea-623796_1920.jpg 1920w, https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tea-623796_1920-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tea-623796_1920-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/tea-623796_1920-331x219.jpg 331w\" sizes=\"auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px\" \/>Die Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) wird, ebenso wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), auch au\u00dferhalb Asiens immer beliebter. In diesem Artikel sollen nun erstmalig die Rezeptur PADMA 28 und PADMA CIRCOSAN aus Sicht der TCM-Phytotherapie beschrieben werden.<\/p>\n<p>Die Beschreibung dieser Pr\u00e4parate ist insofern von Interesse, als dass in den beiden traditionellen Medizinsystemen vollst\u00e4ndig unterschiedliche Konzepte und somit auch differierende Beschreibungen der verwendeten Arzneimittelmischungen bestehen.<\/p>\n<p>Ziel dieses Artikels ist es, die oben angef\u00fchrte tibetische Rezeptur aus Sicht der TCM detailliert zu beschreiben und somit einen Br\u00fcckenschlag zwischen der TCM und der TTM herzustellen.<\/p>\n<h3>Pharmakologische Prinzipien der TCM<\/h3>\n<p>Wenn es bei der Beschreibung der einzelnen Pflanzen in der TCM und TTM im Detail manchmal Differenzen gibt, so ist dies zu begr\u00fc\u00dfen, da man diese Unterschiede als Diskussionsgrundlage ansehen kann.<\/p>\n<p>Im Unterschied zur TTM, welche haupts\u00e4chlich den Ort, an dem eine Pflanze w\u00e4chst, den Geschmack, das makroskopische Aussehen einer Pflanze sowie astrologische Aspekte bei der Beschreibung einer Pflanze ber\u00fccksichtigt, besticht die TCM durch exakte Beschreibung der in ihrer Materia Medica vorkommenden Pflanzen. So werden neben Geschmack, thermischer Wirkung und Organzuordnung jeweils auch die speziellen Wirkungen sowie die empfohlenen Tagesdosierungen angegeben. Eine weitere St\u00e4rke der traditionellen chinesischen \u00c4rzte war es, \u00fcber die Beschreibung der Einzelkr\u00e4uter hinaus, Rezepte zusammenzustellen, deren Aufbau durch eine wunderbare Pr\u00e4zision besticht. So kommen in den meisten TCM-Rezepturen folgende Bestandteile vor: Kaiserkr\u00e4uter, Ministerkr\u00e4uter, Polizeikr\u00e4uter sowie Botenkr\u00e4uter.<\/p>\n<p>An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass bei verschiedenen Pflanzen in Abh\u00e4ngigkeit davon, wo sie gewachsen sind, welchen Witterungsbedingungen sie ausgesetzt waren, zu welchen astrologischen Konstellationen sie geerntet wurden etc. eine unterschiedliche Wirkung zu beobachten ist.<\/p>\n<p>Tibetische Arzneimischungen, die in den meisten F\u00e4llen in Form von Pillen oder Pulvern verabreicht werden, enthalten mehr Einzelbestandteile als die\u00a0 klassischen TCM-Rezepturen. Tibetische Pillen, die 50 oder gar mehr Einzelbestandteile beinhalten, sind keine Seltenheit. Diese verschiedenen Bestandteile \u2013 fr\u00fcher wurden neben Pflanzen und Mineralien auch tierische Wirkstoffe verwendet, die in der heutigen Zeit aber aus ethischen \u00dcberlegungen und aus Gr\u00fcnden des Artenschutzes nicht mehr verwendeten werden \u2013 haben oft stark differierende Geschm\u00e4cker, thermische Wirkungen sowie Funktionen. Durch diese Vorgehensweise sind tibetische Mischungen in ihrer Wirkung sehr ausgewogen und damit nebenwirkungsarm.<\/p>\n<p>Interessanterweise gibt es in der TTM nicht die in der TCM \u00fcbliche Vorgangsweise, klassische Rezepturen individuell an den jeweiligen Patienten anzupassen bzw. durch Hinzuf\u00fcgen oder Weglassen einzelner oder mehrerer Bestandteile zu variieren. Als Begr\u00fcndung wird der gro\u00dfe Respekt vor den Verfassern der alten Texte bzw. Ehrfurcht vor dem Medizin-Buddha, auf den die TTM zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, angegeben. Ein Gro\u00dfteil der heutzutage in Tibet bzw. im Exil praktizierenden TTM-\u00c4rzte verwendet in der t\u00e4glichen Praxis 100 bis 150 verschiedene Mischungen, die nicht individuell an den Patienten angepasst werden, sondern einer fixen Rezeptur folgen. Jedoch werden verschiedene Rezepturen dem Patienten entsprechend zusammengestellt. Diese Kombination wird \u00fcber den Behandlungszeitraum dem Krankheitsverlauf angepasst und ver\u00e4ndert. Die verwendeten Mischungen stammen aus diversen klassischen Texten. Es gibt jedoch in der TTM ein Argument, welches es dem Arzt erm\u00f6glicht, auch die Rezepturen aus \u00fcberlieferten Texten der Tibetischen Medizin abzuwandeln: Sollten gewisse Bestandteile einer Rezeptur n\u00e4mlich nicht erh\u00e4ltlich bzw. aus Gr\u00fcnden des Artenschutzes nicht verwendet werden d\u00fcrfen, d\u00fcrfen sie substituiert werden. Diese Ersatz-Bestandteile werden nach den Kriterien Geschmack und thermische Wirkung ausgew\u00e4hlt und sollten dem zu ersetzenden Bestandteil m\u00f6glichst \u00e4hnlich sein.<\/p>\n<h3>Die Rezeptur PADMA CIRCOSAN und PADMA 28<\/h3>\n<p>Das in der Schweiz erh\u00e4ltliche Pr\u00e4parat PADMA 28 entspricht dem in \u00d6sterreich erh\u00e4ltlichen Pr\u00e4parat PADMA CIRCOSAN. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Produkten besteht im Fehlen des Wirkstoffes Aconiti tuberis pulvis im \u00f6sterreichischen Produkt.<\/p>\n<p>Die Indikation f\u00fcr das in der Schweiz zugelassene PADMA 28 lautet \u201ePadma 28 wirkt bei Durchblutungsst\u00f6rungen mit Beschwerden wie Kribbeln, Ameisenlaufen, Schwere- und Spannungsgef\u00fchl in den Beinen und Armen, Einschlafen von H\u00e4nden und F\u00fcssen und Wadenkr\u00e4mpfen.\u201c Gem\u00e4\u00df Beipacktext handelt es sich bei PADMA CIRCOSAN\u00a0 um ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel, welches bei \u201ekalten H\u00e4nde und F\u00fcssen mit Kribbeln und bei Wadenschmerzen beim Gehen\u201c angewendet wird.<\/p>\n<p>Die Mischungen PADMA 28 und PADMA CIRCOSAN wurden basierend auf der in der Tibetischen Medizin verwendeten Rezeptur mit der Bezeichnung Ga Bur 25 (Campher 25) entwickelt. Die k\u00fchle Rezeptur Ga Bur 25 wird in der Tibetischen Medizin eingesetzt, um speziell chronischen Hitze-Erkrankungen im Bereich der Hohl- und Voll-Organe, des Gewebes sowie der Knochen entgegenzuwirken (Dawa 2003: 118).<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>[divider][\/divider]<\/p>\n<p><strong>Hier zum zweiten Teil des Beitrags &gt;&gt;<\/strong><a href=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/allgemein\/die-padma-rezeptur\/\">naturmed, Eine Rezeptur 2\/2<\/a><\/p>\n<p>[divider][\/divider]<\/p>\n<p><strong>Autor<\/strong><\/p>\n<p>Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.florianploberger.com\">www.florianploberger.com<\/a><\/p>\n<p>[divider][\/divider]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Rezeptur der Traditionell Tibetischen Medizin aus Sicht der TCM Die Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) wird, ebenso wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), auch au\u00dferhalb Asiens immer beliebter. 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