{"id":11555,"date":"2017-02-15T16:51:48","date_gmt":"2017-02-15T15:51:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/?p=11555"},"modified":"2017-02-15T16:51:48","modified_gmt":"2017-02-15T15:51:48","slug":"beschreibung-der-rezeptur-padma-digestin-aus-sicht-der-tcm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/tcm-akupunktur\/beschreibung-der-rezeptur-padma-digestin-aus-sicht-der-tcm\/","title":{"rendered":"Beschreibung der Rezeptur Padma Digestin aus Sicht der TCM"},"content":{"rendered":"<h2>Im dritten Teil: Die Beschreibung der Rezeptur Padma Digestin<\/h2>\n<h3>Die Rezeptur Padma Digestin in ausf\u00fchrlicher Art und Weise aus Sicht der TCM beschrieben<\/h3>\n<p>Gem\u00e4ss Packungsbeilage (Schweiz) st\u00e4rkt Padma Digestin die Verdauung und wird traditionell angewendet bei Neigung zu Verdauungsschw\u00e4che, Verdauungsst\u00f6rungen, Druck- oder V\u00f6llegef\u00fchl in der Magengegend, Bl\u00e4hungen und Appetitmangel. Es unterst\u00fctzt eine gesunde Magenentleerung und harmonisiert die Aktivit\u00e4t von Magen und Darm. Dadurch wird die Passage der Nahrung erleichtert und verbessert. Die Rezeptur regt die Produktion der verschiedenen Verdauungss\u00e4fte an und sorgt f\u00fcr eine gute Durchmischung des Speisebreis. Nach der rechtzeitigen Bef\u00f6rderung aus dem Magen in den Darm verl\u00e4ngert die Pflanzenmischung ausserdem das Verweilen im D\u00fcnndarm, so dass gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die Zersetzung und Resorption der N\u00e4hrstoffe bleibt. Bei geschw\u00e4chtem Allgemeinzustand wird mangelndem Appetit sowie l\u00e4ngerfristig auch M\u00fcdigkeit und Abgespanntheit entgegengewirkt.<\/p>\n<h3>Auszug aus\u00a0vierten Kapitel des Letzten Tantra<\/h3>\n<p>Anbei ein Auszug aus einem Abschnitt \u00fcber medizinische Pulver zur Heilung von K\u00e4lte-Krankheiten im vierten Kapitel des Letzten Tantra \u00fcber die der Mischung Padma Digestin zugrundeliegenden tibetischen Rezeptur <em>se \u2019bru lnga pa<\/em> (f\u00fcnf):<\/p>\n<p>\u201cDiese dient zur Behandlung von Verdauungsst\u00f6rungen aufgrund von <em>bad kan<\/em>-Krankheiten, kalten Schleimmassen im Bereich des Magens, Erbrechen, Anorexie und ist besonders wirksam bei <em>rlung<\/em>-Krankheiten des Herzens sowie bei Krankheiten der Niere und der Leibesmitte. F\u00fcgt man obiger Mischung stattdessen <em>gur kum<\/em> hinzu, so entsteht die Arznei <em>se \u2019bru lnga pa<\/em> zur Regulierung der Hitze des Verdauungstraktes und des Hitze-K\u00e4lte-Konfliktes\u201c (Men-Tsee-Khang 2011: 76).<\/p>\n<p>In den meisten F\u00e4llen bestehen die Rezepturen der TTM aus einer grossen Anzahl an Einzelbestandteilen (Pflanzen, Mineralien und auch Tierprodukte, welche heute jedoch kaum mehr eingesetzt werden). Daher ist es nicht immer einfach, zu definieren, welcher Bestandteil Kaiser-, Minister-, Polizei- und welcher Botenkraut ist.<\/p>\n<p>Bei der vorliegenden Rezeptur, die lediglich aus f\u00fcnf Kr\u00e4utern besteht, f\u00e4llt eine derartige Zuordnung leichter. Von den f\u00fcnf Kr\u00e4utern, deren Pflanzenteile Bestandteil der Rezeptur sind, kann sicherlich Punica granatum L. als das Kaiserkraut bezeichnet werden. Die \u00fcbrigen vier Kr\u00e4uter Elettaria cardamomum (Roxb.) Maton var. minuscula Burkill, Cinnamomum aromaticum NEES, Alpinia officinarum Hance und Piper longum L. \/ Piper retrofractum VAHL sind Ministerkr\u00e4uter, \u00a0welche das Kaiserkraut in seiner Wirkung unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der Wirkstoff Punicae granati semen (die Samen von Punica granatum L., Granatapfel) wird im Tibetischen mit <em>se \u2019bru<\/em> bezeichnet (Dawa 2003: 50). Die in der TTM verwendeten Granatapfelsamen sind vom Geschmack her sauer, thermisch warm (tshul khrim skal bzang 2008: 374) und werden eingesetzt, um das Milz-Qi sowie -Yang zu tonisieren, das Blut zu n\u00e4hren und Parasiten zu vertreiben.<\/p>\n<p>Interessanterweise kommen in der TCM in den meisten F\u00e4llen nicht Granatapfelsamen, sondern lediglich die Schalen der Fr\u00fcchte (Punicae granati pericarpium, chinesisch: Shiliupi) zur Anwendung. Diese werden als sauer, adstringierend und thermisch warm beschrieben. Haupts\u00e4chliche Anwendungsgebiete aus Sicht der TCM sind Durchfall- sowie Parasitenerkrankungen. Dar\u00fcber hinaus werden sie zum Bewahren des Nieren-Qi sowie des Jing (Essenz) eingesetzt (Bensky 1993: 384).<\/p>\n<h3>Ministerkraut<\/h3>\n<p>Das erste Ministerkraut, Alpinia officinarum Hance (verwendeter Pflanzenteil: Rhizom) (echter Galgant), ist scharf, thermisch heiss und wird den Organen Milz sowie Magen zugeordnet. Galgant wird vorrangig eingesetzt, um im Bereich des Mittleren Erw\u00e4rmers zu w\u00e4rmen bzw. Magen-K\u00e4lte entgegenzuwirken. Somit wird die Wirkung des Kaiserkrautes unterst\u00fctzt. Des Weiteren wirkt Galgant auf milde Art und Weise Blut-Stagnationen und somit Schmerzen entgegen und kann zum Tonisieren des Milz-Qi und -Yang herangezogen werden (Ploberger 2013: 153).<\/p>\n<p>Das n\u00e4chsten Ministerkraut, Piper longum L. oder Piper retrofractum VAHL (verwendeter Pflanzenteil: Fruchtstand) (langer Pfeffer) ist scharf, leicht s\u00fcss und thermisch warm (Yonten 2001: 222). Langer Pfeffer wird eingesetzt, um das Nieren- und Milz-Yang zu tonisieren, sowie um Feuchtigkeit auszuleiten (tshul khrim skal bzang 2008: 203).<\/p>\n<p>Das dritte Ministerkraut, Elettaria cardamomum (Roxb.) Maton var. minuscula Burkill (verwendeter Pflanzenteil: Samen) (Karamom), wird aus Sicht der TCM als scharf, aromatisch sowie thermisch warm beschrieben. Kardamom wird den Organen Milz, Magen, Lunge sowie D\u00fcnndarm zugeordnet. Der Begriff \u201earomatisch\u201c bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Trennungsfunktion des D\u00fcnndarmes angeregt wird. Negatives, also Feuchtigkeit, wird von Positivem, n\u00e4mlich den K\u00f6rpers\u00e4ften (chinesische Bezeichnung: Jinye), getrennt. Manche TCM-Texte gehen so weit zu behaupten, dass durch aromatische Kr\u00e4uter Feuchtigkeit in K\u00f6rpers\u00e4fte umgewandelt wird. Weitere Funktionen, die diesem Bestandteil der Rezeptur zugesprochen werden, sind: Tonisierung das Milz-Yang, wirkt Feuchter-K\u00e4lte entgegen, leitet rebellierendes Qi abw\u00e4rts und wirkt mild Qi-Stagnationen entgegen.<\/p>\n<p>Das vierte und letzte Ministerkraut, Cinnamomum aromaticum NEES (verwendeter Pflanzenteil: Rinde) (Zimtkassia) ist aus Sicht der TCM vom Geschmack her s\u00fcss sowie bitter und thermisch heiss. Organzuordnungen bestehen zu Herz, Nieren, Milz sowie Leber. Der zuvor angef\u00fchrte s\u00fcsse Geschmack l\u00e4sst erkennen, dass Zimtkassia zur Tonisierung eingesetzt werden kann, konkreter zur Tonisierung des Nieren-Yang. Dieses Nieren-Yang gilt in der TCM als Basis des Verdauungstraktes und ist mit dem Feuer unter einem Kochtopf vergleichbar. Ist das Feuer &#8211; also das Nieren-Yang &#8211; kr\u00e4ftig, funktioniert der gesamte Verdauungstrakt und somit auch die Umwandlung und Aufnahme der Nahrung gut. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4rmt diese Pflanze im Bereich der Meridiane, wirkt Qi- und Blut-Stagnationen auf Grund von K\u00e4lte entgegen, hilft beim Aufbau von Qi und Blut und hilft bei Zust\u00e4nden von echter K\u00e4lte sowie falscher Hitze.<\/p>\n<p>Bei Padma Digestin handelt es sich in der Gesamtbetrachtung um eine \u00fcberwiegend scharfe sowie aromatische, thermisch warme Rezeptur. Sowohl das Kaiserkraut als auch alle vier Ministerkr\u00e4uter sind thermisch heiss oder mindestens warm und keine thermisch k\u00fchlen bzw. n\u00e4hrenden Polizeikr\u00e4uter sind in dieser Rezeptur enthalten. Daraus ergibt sich aus Sicht der TCM ein sehr klarer Wirkmechanismus: Mit gr\u00f6sstenteils scharfen, thermisch warmen bis heissen Kr\u00e4utern wird das Milz-Qi sowie -Yang tonisiert und somit Feuchte-K\u00e4lte aus dem Verdauungstrakt auszuleiten. Hingegen sollte, wer unter Leere-Hitze-Zust\u00e4nden leidet, diese Rezeptur nur mit Vorsicht und zu bestimmten Gelegenheiten einnehmen. Dar\u00fcber hinaus wirkt diese Rezeptur in milder Art und Weise Nahrungsmittel-Stagnationen sowie Qi- und Blut-Stagnationen im Bereich des Mittleren Erw\u00e4rmers entgegen.<\/p>\n<p>[divider][\/divider]<\/p>\n<p><strong>Hier zum ersten\u00a0Teil des Beitrags &gt;&gt;<\/strong>naturmed, Rezepturen der TTM 1\/3<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[divider][\/divider]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im dritten Teil: Die Beschreibung der Rezeptur Padma Digestin Die Rezeptur Padma Digestin in ausf\u00fchrlicher Art und Weise aus Sicht der TCM beschrieben Gem\u00e4ss Packungsbeilage (Schweiz) st\u00e4rkt Padma Digestin die Verdauung und wird traditionell angewendet bei Neigung zu Verdauungsschw\u00e4che, Verdauungsst\u00f6rungen, Druck- oder V\u00f6llegef\u00fchl in der Magengegend, Bl\u00e4hungen und Appetitmangel. 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