{"id":15889,"date":"2021-11-19T14:47:52","date_gmt":"2021-11-19T13:47:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/?p=15889"},"modified":"2025-08-22T16:33:40","modified_gmt":"2025-08-22T14:33:40","slug":"berufsbild-heilpraktiker-die-suche-nach-der-ursache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/heilpraktiker\/berufsbild-heilpraktiker-die-suche-nach-der-ursache\/","title":{"rendered":"Berufsbild Heilpraktiker &#8211; die Suche nach der Ursache"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland gibt es einen Weg, um ohne Approbation medizinisch oder psychologisch zu arbeiten: Den Heilpraktiker. Dabei setzt der <a href=\"https:\/\/www.btb.info\/berufswegweiser\/berufsbild-heilpraktiker.html\">Beruf des Heilpraktikers<\/a> das gleiche medizinische Grundwissen wie bei einem Medizinstudenten voraus. Der Unterschied beider Methoden, die sich letztlich erg\u00e4nzen, liegt in der Betrachtungsweise des Menschen und dem Wunsch, nicht nur ein erkranktes Organ, sondern den gesamten Menschen mit K\u00f6rper, Geist und Seele wiederherzustellen.<\/p>\n<h2>Heilen auf ganzheitlicher Basis<\/h2>\n<p>Als Heilpraktiker werden Personen bezeichnet, die die Heilkunde als Gewerbe aus\u00fcben, aber keine\u00a0Approbation als Arzt oder psychologischer Psychotherapeut erlangt haben. Die Entwicklung dieses\u00a0Berufes geht in der Zeitrechnung weit vor Christus zur\u00fcck. Die bekannteste Person, die mit dieser Heilkunst in Verbindung gebracht wird, ist der Arzt Hippokrates. Er entwickelte die Ansicht, dass sich Erkrankungen nicht nur auf ein einziges Organ beziehen, weil der Mensch ein ganzheitliches Wesen ist. Um eine dauerhafte Heilung zu erzielen, betrachtete Hippokrates den Menschen mit seiner Vorgeschichte und in seinem pers\u00f6nlichen Umfeld.<\/p>\n<p>Die popul\u00e4rste Heilmethode &#8211; die Hom\u00f6opathie &#8211; ist auf Samuel Hahneman zur\u00fcckzuf\u00fchren, der das Konzept entwickelte, dass \u00c4hnliches mit \u00c4hnlichem zu heilen sei. Die Erfolge gaben ihm recht, auch wenn die Hom\u00f6opathie von vielen immer noch als Placeboeffekt bezeichnet wird.<\/p>\n<h3>Gleiche Richtung, unterschiedlicher Ansatz?<\/h3>\n<p>Grunds\u00e4tzlich m\u00f6chte jeder Arzt seinen Patienten helfen, indem er Schmerzen lindert. Die Arbeit eines Heilpraktikers ist unterst\u00fctzend zur Schulmedizin zu sehen, denn sie folgt einem anderen Ansatz. Behandlungsm\u00f6glichkeiten wie Akupunktur, Akupressur, Bachbl\u00fctentherapie oder Hypnose geh\u00f6ren nicht immer zum Repertoire der Schulmedizin. Heilpraktiker sehen den Menschen aus ganzheitlicher Perspektive und versuchen, vom Symptom auf die Ursache zu schlie\u00dfen und diese zu heilen.<\/p>\n<p>Besonders bei chronischen Erkrankungen erzielen Heilpraktiker gro\u00dfe Erfolge. Ist die Ursache des\u00a0Symptoms gefunden, sollen die Selbstheilungskr\u00e4fte des K\u00f6rpers aktiviert werden. Dadurch heilen Grunderkrankungen aus und der K\u00f6rper findet zu seiner vollen Leistungsf\u00e4higkeit zur\u00fcck. Hier geht es weniger um das schnelle Verschwinden des Symptoms. Als Heilpraktiker stellen Sie vielmehr die Frage, weshalb das Symptom entstanden ist.<\/p>\n<p>Deshalb werden Patienten von einem Heilpraktiker oft langfristiger betreut. Gemeinsam wird nach dem\u00a0Ausl\u00f6ser einer Erkrankung geforscht. W\u00e4hrend sich der Allgemeinmediziner darum k\u00fcmmert, akute\u00a0Erkrankungen zum Abklingen zu bewegen, damit sich der Patient erholt, versucht der Heilpraktiker das\u00a0Problem an der Wurzel zu packen &#8211; meist mit Hinblick auf die Tatsache, dass jahrelang eingenommene Medikamente zerst\u00f6rerische Nebenwirkungen erzeugen.<\/p>\n<h2>Die eigene Praxis und der Arbeitsaufwand<\/h2>\n<p>Die meisten Heilpraktiker bauen eine eigene Praxis auf, die sich in ihrer Einrichtung meist deutlich von einer Arztpraxis unterscheidet. Dabei wird an das Wohlgef\u00fchl des Patienten appelliert und ber\u00fccksichtigt, dass auch die Psyche des Menschen ma\u00dfgeblich an einem Heilungsprozess beteiligt ist. Dabei sollten Sie beachten, dass Ihr Arbeitsalltag auch einen b\u00fcrokratischen Anteil umfasst. Bei einer Selbstst\u00e4ndigkeit m\u00fcssen Sie sich um ordnungsgem\u00e4\u00dfe Abrechnungen und Steuerzahlungen etc. k\u00fcmmern. Diese Zeit muss zus\u00e4tzlich zu Ihrer heilpraktischen T\u00e4tigkeit erbracht werden, sodass der Arbeitsalltag schnell sehr umfangreich werden kann.<\/p>\n<h2>Was werden Sie als Heilpraktiker verdienen?<\/h2>\n<p>Das Statistische Bundesamt bezifferte 2018 den durchschnittlichen Umsatz einer Heilpraktiker Praxis mit 82300 Euro. Nach \u00a7 4 Nr. 14 Buchst. a UStG sind Heilbehandlungen von der Umsatzsteuer befreit. Im Gegenzug k\u00f6nnen Sie bei Material- und Arzneimitteleink\u00e4ufen dem Finanzamt gegen\u00fcber keine Vorsteuer geltend machen.<\/p>\n<h2>Ausbildung zum Heilpraktiker<\/h2>\n<p>Vorab sei gesagt, dass es keine zwingende Ausbildung gibt. Sie m\u00fcssen eine schriftliche und eine m\u00fcndliche Pr\u00fcfung vor dem Amtsarzt beim Gesundheitsamt ablegen &#8211; wie Sie sich darauf vorbereiten, ist Ihnen \u00fcberlassen. Sofern Sie noch keine Ber\u00fchrung mit der Medizin hatten, hilft Ihnen eine Ausbildung, um sich den medizinischen Stoff anzueignen. Die Durchfallquote bei der amts\u00e4rztlichen Pr\u00fcfung ist sehr hoch, denn die Fragestellungen haben es trotz Multiple-Choice-Verfahren in sich. H\u00e4ufig sind Mehrfachnennungen richtig, au\u00dferdem m\u00fcssen Sie medizinische Zusammenh\u00e4nge erschlie\u00dfen k\u00f6nnen, um die Fragen zu beantworten.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen Ihre Ausbildung auf bestimmte Themenbereiche beschr\u00e4nken (wenn Sie sich schon zum Teil auskennen) oder Kurse buchen, die alle Themen behandeln. Dazu geh\u00f6ren u. a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Anatomie<\/li>\n<li>Physiologie<\/li>\n<li>Pathologie<\/li>\n<li>Analyse und Deutung von Laborwerten<\/li>\n<li>Erstversorgung akuter Notf\u00e4lle<\/li>\n<li>Injektion, Blutabnahme<\/li>\n<li>Klinische Befunderhebung<\/li>\n<li>Berufs- und Gesetzeskunde<\/li>\n<li>Allgemeine und spezielle Infektionslehre<\/li>\n<\/ul>\n<p>Anatomie, Physiologie und Pathologie geh\u00f6ren zu den Ausbildungsschwerpunkten. Sie lernen, wo sich die menschlichen Organe befinden und wie diese abgetastet werden. Im Umgang mit dem Patienten werden Sie darin geschult, eine aussagekr\u00e4ftige Anamnese zu erheben. Diese ist wichtig, um den Ursachen der Probleme auf die Spur zu kommen und nicht nur die Symptome zu therapieren.<\/p>\n<h2>Ausbildung an einer Heilpraktikerschule<\/h2>\n<p>Absolvieren Sie die Ausbildung zum Heilpraktiker an einer Heilpraktikerschule, werden Ihnen z. B. bei einer Fernausbildung Skripten aller Themen zur Verf\u00fcgung gestellt. So k\u00f6nnen Sie den Stoff selber erarbeiten, wiederholen und festigen. Bei Fachfragen steht Ihnen ein Tutor zur Verf\u00fcgung. In den praktischen Unterrichtsstunden lernen Sie, eine Anamnese zu erstellen, Herzt\u00f6ne zu deuten und den Blutdruck zu messen.<\/p>\n<p>Wie wird Blut abgenommen, wann muss ein Patient an die Schulmedizin \u00fcbergeben werden, welche Behandlungen darf ein Heilpraktiker generell nicht ausf\u00fchren (zum Beispiel Zahnbehandlungen und Geburtshilfe) und welche Spezialisierung streben Sie an &#8211; diese Fragen werden in der Lehrbriefen und auch in den Seminaren vor Ort gekl\u00e4rt. Neben diesen Themen bieten Heilpraktiker Schulen gesonderte Zusatzkurse an, um Ihnen eine Spezialisierung zu erm\u00f6glichen. Dazu z\u00e4hlen folgende Kurse:<\/p>\n<ul>\n<li>Akupunktur<\/li>\n<li>Ern\u00e4hrungsberatung und Lebensmittelvertr\u00e4glichkeit<\/li>\n<li>Heilpflanzenkunde<\/li>\n<li>Klassische Hom\u00f6opathie<\/li>\n<li>Psychotherapie<\/li>\n<li>Sportmedizin<\/li>\n<li>Kinesiologie<\/li>\n<li>Bioresonanztherapie<\/li>\n<li>Lernen im eigenen Tempo<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der zeitliche Aufwand f\u00fcr die Vorbereitung auf die Heilpraktiker Pr\u00fcfung variiert. Kommen Sie beispielsweise aus einem pflegenden Beruf, besitzen Sie Grundkenntnisse in der Anatomie, der Physiologie und der Pathologie. In diesem Fall k\u00f6nnen Sie meist schneller vorw\u00e4rts kommen. Sind Sie mit der Medizin noch gar nicht in Ber\u00fchrung gekommen, sollten Sie per Fernlehrgang bei ca. 8 Stunden Lernzeit pro Woche ca. 2 bis 3 Jahre Vorbereitung einrechnen. Der Unterricht beinhaltet theoretisches Wissen sowie praktische \u00dcbungen. Wann Sie sich im Anschluss zur kostenpflichtigen \u00dcberpr\u00fcfung anmelden, entscheiden Sie selbst. Sie sollten aber fr\u00fchzeitig bei Ihrem zust\u00e4ndigen Gesundheitsamt nachfragen, da es oftmals Wartezeiten gibt, die auch schon einmal 2 Jahre betragen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland gibt es einen Weg, um ohne Approbation medizinisch oder psychologisch zu arbeiten: Den Heilpraktiker. Dabei setzt der Beruf des Heilpraktikers das gleiche medizinische Grundwissen wie bei einem Medizinstudenten voraus. 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