{"id":8701,"date":"2015-06-29T10:45:38","date_gmt":"2015-06-29T08:45:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/?p=8701"},"modified":"2023-07-24T12:46:29","modified_gmt":"2023-07-24T10:46:29","slug":"autoimmunerkrankung-chronische-sarkoidose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/tcm-akupunktur\/autoimmunerkrankung-chronische-sarkoidose\/","title":{"rendered":"Autoimmunerkrankung &#8211; chronische Sarkoidose"},"content":{"rendered":"<h2>Chronische Sarkoidose \u2013 eine Autoimmunerkrankung mit vielen Erscheinungsbildern<\/h2>\n<h3>Systemische Grunderkrankung:<\/h3>\n<p>Die Sarkoidose gilt nach neuesten Erkenntnissen als systemische Grunderkrankung des Bindegewebes, das durch eine \u00dcberreaktion des Immunsystems mit Bildung von Granulomen reagiert.\u00a0Vor einigen Jahren noch galt die Meinung, Sarkoidose sei in erster Linie eine Lungenerkrankung.\u00a0Inzwischen jedoch konnte dies widerlegt werden, da die Granulombildung in jedem beliebigen K\u00f6rpergewebe stattfinden kann, auch ohne Lungenbeteiligung.<\/p>\n<p>In der Praxis vergeht meist sehr lange Zeit bis zur gesicherten Diagnosestellung. Oft sind mehrere Gewebe gleichzeitig bzw. auch wechselnd betroffen, z.B. Lymphknoten, Organgewebe von Leber, Milz u. Herz, Augen, Knochen und Gelenken, Nervensystem oder Haut.\u00a0Je nach Lokalisation kann die Erkrankung dann auch schwerste Verl\u00e4ufe annehmen, manchmal bis zum lebensbedrohenden Zustand.<\/p>\n<h3>Wechselndes Erscheinungsbild:<\/h3>\n<p>Das h\u00e4ufig wechselnde Erscheinungsbild erschwert dem Patienten die Betreuung durch kompetente Fach\u00e4rzte enorm, da sich die Aus- und Weiterbildung von \u00c4rzten im Bereich der Sarkoidose meist auf Lungen-Fach\u00e4rzte beschr\u00e4nkt. Das Vorkommen der Erkrankung auf die Gesamtbev\u00f6lkerung gesehen ist eher selten &#8211; \u201ein Deutschland betr\u00e4gt die Inzidenz 10\u201312 pro 100.000 Einwohner\u201c.\u00a0 <em>(Scharkoff, Th.: \u201eEpidemiologie der Sarkoidose\u201c, Pneumologie, B 47\/10, (1993), 588\u2013592)<\/em><\/p>\n<p>Die schulmedizinische Therapie zielt auf die symptomatische Behandlung ab, meist mit Cortsiontherapie \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum. Bei Therapieresistenz wird auf Methotrexat ausgewichen, evtl. in schweren F\u00e4llen auch auf Azathioprin (Immunsuppressiva) oder Chloroquin (Malariamittel, das auch zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen eingesetzt wird).<\/p>\n<h3>Sarkoidose aus Sicht der TCM \u2013 ein Gu (\u8831) \u2013 Syndrom?<\/h3>\n<p>Wie bei allen chronischen Erkrankungen \u00fcber einen langen Zeitraum kommt es aus Sicht der TCM\u00a0zu einem gleichzeitigen F\u00fclle- (oft Schleim und Blutstase) und\u00a0Leere-Zustand (Qi- und Blut\/Yin-Mangel).\u00a0Der Schleim erscheint bei Lungenbeteiligung naturgem\u00e4\u00df oft als Auswurf, in den meisten F\u00e4llen in Verbindung mit Hitze.\u00a0Auch ohne Lungenbeteiligung muss auf jeden Fall die Bildung der Granulome dem pathogenen Faktor Schleim zugeordnet werden.\u00a0Die Schw\u00e4chezust\u00e4nde, v.a. Lungen-Xu und Milz-Xu, zeigen sich oft in den Remissionsphasen zwischen den akuten Sch\u00fcben.<\/p>\n<h3>Lungen- und Milzschw\u00e4che:<\/h3>\n<p>Durch die Lungen- und Milzschw\u00e4che kommt es in Folge wieder zu einem Mangel an Qi und Blut. Feuchtigkeit aus der Milz bleibt liegen und verdickt sich wieder zu Schleim, bedingt durch die mangelnde Zirkulation von Qi und Fl\u00fcssigkeiten.\u00a0Wenn die chronische Belastung des K\u00f6rpers \u00fcber Jahre besteht und die immer wieder auftretenden Rezidive das Zheng-Qi (aufrechtes Qi) schw\u00e4chen, kann dies \u00fcber die Zeit zu einem Yin-Xu f\u00fchren.\u00a0Fl\u00fcssigkeiten werden verbraucht, es entsteht Leere-Hitze, die z.B. in akuten Schwei\u00dfausbr\u00fcchen, Hitzewallungen und Nachtschwei\u00df zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Die mangelnde Zirkulation von Qi und Fl\u00fcssigkeiten kann auch eine Stagnationshitze zur Folge haben. Hitze treibt das Blut aus den Adern, es kann zu H\u00e4moptysen und zu den typischen roten Hauterythemen v.a. im Bereich der Schienbeine kommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8703\" aria-describedby=\"caption-attachment-8703\" style=\"width: 288px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/Sarkoidose\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8703 size-full\" src=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Sarkoidose-Unterschenkel1.jpg\" alt=\"Sarkoidose Unterschenkel\" width=\"288\" height=\"195\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8703\" class=\"wp-caption-text\">Sarkoidose<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sarkoidose-Manifestation Unterschenkel<br \/>\n<em>(http:\/\/www.mevis-research.de\/~hhj\/Lunge\/SammlFib.html, (Zugriff am 06.08.2010))<\/em><\/p>\n<p>Als weitere Folge der pathologischen Entwicklung entsteht schlussendlich eine Blutstase, die das Krankheitsgeschehen noch verkompliziert.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00a0[divider][\/divider]<\/h3>\n<h3>\u00dcberlegungen\u00a0 zum Gu-Syndrom (chronischer Parasitismus) nach Heiner Fruehauf:<\/h3>\n<p>Die Ursachen der Sarkoidose sind bis dato noch unbekannt. Es wird vermutet, dass eine Genver\u00e4nderung in Verbindung mit einem Ausl\u00f6ser (z.B. einem bestimmten Erreger \u2013 hier im Verdacht stehen m\u00f6glicherweise Mykobakterien) die Krankheit zum Ausbruch bringt.<\/p>\n<h4>Heiner Fruehauf schreibt:<\/h4>\n<p>\u201e\u2026In den meisten F\u00e4llen bezeichnete das Schriftzeichen Gu (\u8831) einen hartn\u00e4ckigen\u00a0Parasitenbefall, der schlie\u00dflich zu einem Zustand extremer Stagnation sowie zu geistigem und\u00a0k\u00f6rperlichem Verfall f\u00fchrte. (\u2026) Aus moderner Sicht deutet diese Definition von Gu-Syndrom auf\u00a0aggressive Helminthen-, Protozoen-, Pilz-, Spiroch\u00e4ten- und Virenbeschwerden hin, die bei\u00a0einem Patienten mit beeintr\u00e4chtigtem Immunsystem systemisch geworden sind.\u00a0 (\u2026)<br \/>\n3) Gu-Pathogene stellen einen speziellen Toxin-Typus dar (\u2026). Das weist auf ihre virulente\u00a0epidemische Eigenschaft hin, aber auch auf das erst vor kurzem best\u00e4tigte Faktum, dass die\u00a0metabolischen Nebenprodukte parasit\u00e4rer Organismen eine toxische Wirkung auf den K\u00f6rper\u00a0haben.<br \/>\n4) Gu-Pathogene gedeihen mit hoher Wahrscheinlichkeit in bereits vorgesch\u00e4digten Organismen\u00a0besonders gut und sch\u00e4digen, wenn sie sich einmal festgesetzt haben, das qi originale\u00a0(\u201eUrsprungs-Qi\u201c, yuanqi \u2026) des K\u00f6rpers.<br \/>\n5) Gu-Pathogene wirken im Verborgenen (\u2026).\u201c<\/p>\n<p>Fruehhauf H. \u201eDriving out demons and snakes &#8211; Gu Syndrome &#8211; a forgotten clinical approach to chronic parasitism\u201d, Journal of Chinese Medicine 1998, deutsche Version in Societas Medizinae Sinensis, Chinesische Medizin 3\/2009<\/p>\n<h4>Diese Aussagen weisen auf drei Dinge hin:<\/h4>\n<p>1. Es muss zuerst ein beeintr\u00e4chtigtes Immunsystem vorhanden sein, d.h. es muss ein<br \/>\nSchw\u00e4che-Zustand im K\u00f6rper herrschen, damit sich der Erreger \u00fcberhaupt einnisten kann.\u00a0Denkbar w\u00e4re hier eine angeborene oder auch erworbene Nieren-Schw\u00e4che (unterer\u00a0Erw\u00e4rmer), eine Milz-Schw\u00e4che (mittlerer Erw\u00e4rmer), oder auch eine Lungen-Schw\u00e4che\u00a0(oberer Erw\u00e4rmer).<br \/>\n2. Diese pathogenen Faktoren wirken im Verborgenen, d.h. sie verbleiben im K\u00f6rper und\u00a0werden erst dann wieder aktiv, wenn der K\u00f6rper sich wiederum in einem geschw\u00e4chten\u00a0Zustand befindet und sch\u00e4digen dann durch ihre Aktivit\u00e4t den Organismus noch mehr.<br \/>\n3. Der spezielle Toxin-Typus der Gu-Pathogene schlie\u00dft auch deren Stoffwechselprodukte mit\u00a0ein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8791\" aria-describedby=\"caption-attachment-8791\" style=\"width: 106px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/zellwandfreie-Formen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8791\" src=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/zellwandfreie-Formen-195x300.jpg\" alt=\"zellwandfreie-Formen\" width=\"106\" height=\"163\" srcset=\"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/zellwandfreie-Formen-195x300.jpg 195w, https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/zellwandfreie-Formen.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8791\" class=\"wp-caption-text\">CWD (&#8222;Mychite&#8220;) im dunkelfeldmikroskopischen Bild, (aus Bleker, 1997)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese \u00dcberlegungen f\u00fchren direkt zu einer anderen naturheilkundlichen Diagnoseform, der Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein, die es erm\u00f6glicht pathogene Faktoren, wie z.B. Mykobakterien oder auch zellwandfreie Formen von Bakterien im Lebendblut sichtbar zu machen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h4>[divider][\/divider]<\/h4>\n<h4>Auch in dieser Thematik herrscht der gleiche Gedankenansatz wie in der Chinesischen Medizin:<\/h4>\n<p>Eine zugrunde liegende Schw\u00e4che, auch durch genetische Disposition, erm\u00f6glicht das Eindringen und die Weiterentwicklung eines pathogenen Faktors.<\/p>\n<p>In der Folge kommt es zu einer \u00dcberreaktion des Immunsystems auf einen Erreger bzw. auf seine zellwandfreien Erscheinungsformen und dadurch zu einem Angriff auf k\u00f6rpereigenes Gewebe, wobei die mikroskopisch kleinen Granulome im Organ- und Lymphgewebe entstehen.<\/p>\n<p>Chinesisch betrachtet verklebt sich der pathogene Faktor mit dem K\u00f6rpergewebe.\u00a0Ranxi Daoren, ein daoistischer Heiler der Qing-Dynastie, verglich dieses Verschmelzen\u00a0 mit der nicht mehr zu l\u00f6senden Verbindung, die entsteht, wenn \u00d6l in Mehl gegossen wird.<\/p>\n<h4>Therapieansatz:<\/h4>\n<p>Die Aufgabe des behandelnden Therapeuten besteht darin, zum Einen den pathogenen Faktor wenn m\u00f6glich zu eliminieren bzw. wenn dies nicht mehr m\u00f6glich ist, den Organismus soweit zu st\u00e4rken, dass er in der Lage ist, m\u00f6glichst mit guter Lebensqualit\u00e4t und ohne Einschr\u00e4nkungen zurecht zu kommen.<\/p>\n<p>Faktisch muss in der Remissionsphase v.a. das Yin gesch\u00fctzt und gest\u00e4rkt werden, weil\u00a0\u201edurch W\u00e4rmen des Yang und N\u00e4hren des Qi &#8230;, kann dies selbst in der Remissionsphase einen Schub der Autoimmunerkrankung hervorrufen.\u201c (W. Hou, G. Xu, H. Wang, Autoimmunerkrankungen mit chinesischer Medizin gezielt behandeln\u201c, S. 30).<\/p>\n<p>[divider][\/divider]<\/p>\n<p>HP\u00a0Gabriele Merkle<br \/>\nFerd.-Wagnerstr. 22<br \/>\n86830 Schwabm\u00fcnchen<br \/>\n08232-80 94 00<br \/>\nLeiterin Qualit\u00e4tszirkel Schwabm\u00fcnchen der AGTCM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chronische Sarkoidose \u2013 eine Autoimmunerkrankung mit vielen Erscheinungsbildern Systemische Grunderkrankung: Die Sarkoidose gilt nach neuesten Erkenntnissen als systemische Grunderkrankung des Bindegewebes, das durch eine \u00dcberreaktion des Immunsystems mit Bildung von Granulomen reagiert.\u00a0Vor einigen Jahren noch galt die Meinung, Sarkoidose sei in erster Linie eine Lungenerkrankung.\u00a0Inzwischen jedoch konnte dies widerlegt werden, da die Granulombildung in jedem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":8703,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[1254,1627,1628,1629],"class_list":["post-8701","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-tcm-akupunktur","tag-autoimmunerkrankung","tag-chronische-sarkoidose","tag-sarkoidose","tag-systemische-grunderkrankung","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8701"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8701\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10624,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8701\/revisions\/10624"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.naturmed.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}