J. F. H. Albers

Lehrbuch der Semiotik

  • ISBN: 9783981694208
  • 2015, 619 Seiten

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Beschreibung

Unter Semiotik versteht sich die Lehre von der Bedeutung von Krankheitszeichen. In der praktischen Anwendung bedeutet Semiotik aus den objektiven und den subjektiven Anzeichen eines kranken Menschen Rückschlüsse hinsichtlich der Diagnose und Prognose der dem Leiden zugrundeliegenden Krankheit zu ziehen. Semiotik stützt sich auf Erfahrungswissen , das über Jahrhunderte hinweg auf Basis sorgfältiger und immer wieder bestätigter Beobachtungen gesammelt und systematisiert wurde.
Albers‘ 1852 erschienenes Lehrbuch der Semiotik ist in drei Teile gegliedert: Der erste vermittelt die wichtigsten Begrifflichkeiten des semiotischen Konzeptes, der zweite behandelt die vielgestaltigen Implikationen des grundlegend dynamischen Verständnisses der Semiotik von Krankheit als einer Abfolge von Krankheitszuständen und deren semiotische Deutung, und der dritte, weitaus umfangreichste, stellt in extenso zunächst die allgemeinen und dann die lokalen Krankheitszeichen und deren mögliche pathologische Bedeutungen dar. Dabei werden sowohl objektive als auch subjektive Krankheitszeichen (wie etwa die verschiedenen Schmerzempfindungen oder Modalitäten von Besserung und Verschlimmerung bestehender Beschwerden) unter semiotischen Gesichtspunkten betrachtet.
Die Beschäftigung mit der Semiotik wirft ein völlig neues Licht auf die Homöopathie und bewirkt zugleich ein wesentlich tieferes Verständnis derselben. Es wird dabei deutlich, daß die semiotische, d.i. zeichenbasierte Herangehensweise an das menschliche Kranksein die Blaupause für das therapeutisches Konzept Hahnemanns darstellt – und zwar, was die Erforschung der den Arzneien innewohnenden Heilkräfte angeht ebenso wie das praktische Vorgehen bei der Herstellung des Ähnlichkeitsbezuges zur Auffindung der indizierten homöopathischen Arznei. Indem die Semiotik eine sichere Diagnose jenseits der mit unverbindlichen Diagnosebezeichnungen belegten Syndrome der heutigen Lehrmedizin gestattet, trägt sie maßgeblich zur Bestimmung der anatomischen Wirksphäre bei und ist deshalb bei der homöopathischen Fallanalyse und Mittelfindung von allergrößtem Nutzen.
Da das semiotische Vorgehen mit der Bestimmung von Art und Ort des Krankheitszustandes und der Prognose endet, bezeichnet es die Schnittstelle zur sich anschließenden Therapie – von daher ist die Semiotik, unabhängig davon, ob der Behandler Schul- oder Alternativmediziner ist, grundsätzlich jedem medizinischen Therapeuten von allerhöchstem Nutzen.
Albers‘ Lehrbuch der Semiotik erscheint im Neusatz in moderner Schrift.

Autor

J. F. H. Albers

J. F. H. Albers

Johann Friedrich Hermann Albers (1805 – 1867) praktizierte als Mediziner und Pathologe. Schon sehr früh auf das Gebiet der Seelenheilkunde hingeführt, war er auf gleicher Weis, mit Nasse vereint, auch praktisch tätig und begründete zu Bonn eine eigene Heilanstalt für Gemüts- und Nervenkranke. Im Jahr 1856 wurde er Direktor des pharmakologischen…