D. Dufour

Wut ist gut!

Wie unsere Emotionen uns helfen und heilen können

  • Verlag: Mankau Verlag
  • ISBN: 9783863741402
  • 2014, 157 Seiten

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Beschreibung

Unterdrückte Wut ist eine der häufigsten Ursachen von Krankheiten sowie von psychischen und psychosomatischen Beschwerden. Diese Wut nimmt ihren Ursprung in Kränkung oder Vernachlässigung, in seelischer oder körperlicher Gewalt, in Verlusten, Verlassenheits- oder Ohnmachtsgefühlen in Erfahrungen also, die nur den Wenigsten erspart bleiben.
Wie können wir unsere Leiden überwinden? Die unterschiedlichen Symptome, mit denen der Körper reagiert, sind Botschaften voller Hoffnung: Wir können uns selbst heilen, indem wir all unsere Emotionen ob Wut, Trauer oder auch Freude zulassen und im Hier und Jetzt empfinden, anstatt sie zurückzuhalten wie ein Staudamm, der das Wasser am Abfließen hindert. Nur dieses Ausleben kann dem Loslassen und dem Verzeihen den Weg bahnen.
Wenn wir uns unsere verschmähten Emotionen zugestehen, lernen wir wieder, uns selbst zu respektieren und zu lieben. So können wir nicht nur unsere Krankheiten und Ängste besiegen, sondern auch neues Vertrauen zu uns selbst gewinnen. Und wir finden zu uns selbst zurück, zu unserer ureigenen Intuition und Kreativität, die jeder Mensch in sich trägt.

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Einleitung
Kapitel 1: Der Unterschied zwischen der Reflexion und der Denke
Die Reflexion
Die Denke
Wie drückt man seine Emotionen aus?
Kapitel 2: Der Unterschied zwischen dem Beherrschen der Denke und dem Ausschalten der Denke
Die Beherrschung der Denke
Das Ausschalten der Denke
Kapitel 3: Die Neigung zu Gewalt
Gewalt gegenüber sich selbst
Gewalt gegenüber anderen
Wo hat Gewalt ihren Ursprung?
Was genau ist Gewalt?
Was erlebt ein Opfer von Gewalt?
Der Weg zur Heilung
Wie kann man der Gewalt vorbeugen?
Kapitel 4: Die Erfahrung des Verlassenwerdens
Die klassische Definition
Die einzelnen Formen des Verlassenwerdens
Die Verlassenheit löst konkrete Beschwerden aus
Der Heilungsprozess
Kapitel 5: Das Loslassen
Ein Ansatz, der die Denke nutzt
Ein Ansatz, der die Denke nicht nutzt
Kapitel 6: Der Begriff des Verzeihens
Aus seiner Denke heraus verzeihen
Wirkliches Verzeihen
Kapitel 7: Das kreative Denken
Selbstvertrauen: sich selbst vertrauen
Man bekommt die Zukunft seiner Gegenwart
Der Bumerang-Effekt
Kapitel 8: Die Intuition
Der Unterschied zwischen einer Pseudo-Intuition und wahrer Intuition
Wie schafft man es, sich wieder mit seiner Intuition zu verbinden?
Praktische Übungen, um die Denke auszuschalten
Epilog
Anmerkungen
Zum Autor
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Leseprobe (Auszug aus Kapitel 1):
Die Denke ist der nutzlose Teil unseres Gehirns, der geschwätzig wird, sobald man ihn lässt. Sie verhindert, dass die Stille sich in uns ausbreitet und betäubt uns mit um sich selbst kreisenden Gedanken. Damit sind die nutzlosen Gedanken gemeint, die Befürchtungen, Angst, Panik und Phobien auslösen, oder auch Bedauern und Schuldgefühle. Die Denke nutzt weder Kreativität noch Intelligenz, ganz im Gegenteil: Sie blockiert alles. Die Denke trennt uns von unserer praktischen und theoretischen Intelligenz. Das zeigt sich in einem Durcheinander von Ideen, der Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, einer allgemeinen Lähmung. Diese Denke steht nicht im Dienst unseres innersten Wesens, sondern entfremdet uns einander. Sie ist geschwätzig, hilft uns aber nicht, auch nur ein Projekt umzusetzen. Sie schafft vom Moment ihres Auftauchens an eine körperliche Anspannung, die wir vielleicht nicht einmal wahrnehmen, denn diese Anspannung verhindert den Zugang zu unseren Gefühlen, unseren Sinneswahrnehmungen und unserer eigenen Wirklichkeit. Aufgrund der Denke verlieren wir unsere Persönlichkeit, denn sie trennt uns von unserem innersten Wesen. Aus all den genannten Gründen ist sie überaus schädlich und muss um jeden Preis zum Schweigen gebracht werden. Erst dann können wir unsere eigene Wirklichkeit und unser innerstes Wesen wiedererlangen, das allein ein Dasein im weitesten Sinn ermöglichen kann.
Die Denke ist auch der Grund dafür, dass wir uns mit anderen vergleichen: Ich bin besser oder schlechter als der Nachbar, ich möchte haben, was der Andere hat. Sie bringt uns dazu, Regeln zu
befolgen, die nicht unsere eigenen sind, weil wir das Bedürfnis haben, anonym in der Menge mitzuschwimmen. Oder sie bringt uns dazu, besonders eigenwillig zu sein, damit wir uns um jeden Preis von den Anderen und der Normalität abheben.
Die Denke funktioniert nie im Hier und Jetzt, sondern schickt uns in die Zukunft, wodurch sie Ängste und Befürchtungen auslöst. Viele Menschen glauben oder machen uns glauben, dass es sich bei Letzteren um Emotionen handelt. Das ist falsch. Eine Emotion kann nur im gegenwärtigen Moment wahrgenommen werden. Wir können nicht morgen glücklich, traurig oder wütend sein, wir können es nur hier und jetzt. Vielleicht werden wir es morgen sein, aber das ist ein Gedanke oder eine Hoffnung. Ängste hingegen richten sich immer auf die Zukunft und entspringen gänzlich aus unserer Denke: Wir haben Angst davor, was geschehen könnte, ob gleich, morgen, in einigen Wochen, Monaten oder Jahren. Wenn wir vor etwas Angst haben oder uns fürchten, beginnen wir unsere Sätze häufig mit einem wenn: Wenn der Andere mich nachher nicht anschaut, dann … (…) etc.

 

Autor

D. Dufour

D. Dufour

Dr. med. Daniel Dufour, Jahrgang 1951, wirkte nach seinem Medizinstudium in Genf unter anderem als Chirurg in Entwicklungsländern und als Abgesandter und Koordinator für das Internationale Rote Kreuz in Kriegsgebieten. Seit 1988 leitet er die Vitamed-Klinik in Genf und vertritt in der Praxis einen ganzheitlichen Ansatz, demzufolge nicht die Symptome,…