Padma Venen und Padma Leber-Galle

Padma Venen und Padma Leber-Galle

- in TCM / Akupunktur
1555
Kommentare deaktiviert für Padma Venen und Padma Leber-Galle

Padma Venen-Tonikum (Padma Venaben)

Diese Rezeptur besteht aus Pflanzenteilen der Kräuter Elettaria cardamomum (Roxb.) Maton var. minuscula Burkill, Carthamus tinctorius L., Cinnamomum aromaticum NEES, Rhamnus frangula L., Fumaria officinalis L., Achillea millefolium L., Piper longum L. bzw. Piper retrofractum VAHL, Punica granatum  L., Quercus petraea (MATT.) LIEBL. bzw. Quercus pubescens WILLD. bzw. Quercus robur L., Taraxacum officinale F.H. Wigg. Aggr., Urtica dioica L. und Urtica urens L. Außerdem sind in der Mischung Ammoniumchlorid (NH4Cl) und Rohzucker (Saccharum officinarum L.) enthalten. Laut Beschreibung wird die Rezeptur angewendet bei Beschwerden wie geschwollenen oder schmerzenden Beinen, Schweregefühl in den Beinen, Krampfadern oder Hämorrhoiden. Die Wasserausscheidung wird angeregt.

Laut TCM enthält diese Mischung zahlreiche bittere, kühle oder sogar kalte Kräuter wie beispielsweise Rhamnus frangula L., Fumaria officinalis L., Achillea millefolium L., Quercus patraea, Taraxacum officinale, Urtica dioica L. All diese Kräuter leiten Feuchte-Hitze über die Diurese bzw. im Fall von Rhamnus frangula L. über den Stuhl aus. Die scharfen, thermisch warmen Kräuter wie Cinnamomum aromaticum NEES sowie Piper longum L. tonisieren das Milz- sowie Nieren-Yang  und wirken somit Feuchter-Kälte entgegen. Carthamus tinctorius wird mild Blut-Stagnationen entgegen, Die restlichen Kräuter sowie Rohzucker, welcher thermisch leicht warm und vom Geschmack her süß beschrieben wird, tonisieren hauptsächlich das Milz-Qi (Men-Tsee-Khang 2011: 181).

Die gesamte Mischung ist aus Sicht der TCM vom Geschmack her bitter sowie scharf und thermisch leicht kühl. Sie kann eingesetzt werden, um Feuchtigkeit bzw. Feuchtigkeits-Stagnationen über die Diurese auszuleiten, ohne das Milz-Qi zu verletzen.

Padma Leber-Galle-Tonikum

Diese Rezeptur besteht aus Pflanzenteilen der Kräuter Elettaria cardamomum (Roxb.) Maton var. minuscula Burkill, Carthamus tinctorius L., Centaurium erythraea Rafn s. l., Cinnamomum aromaticum NEES, Cola acuminata (P. Beauv.) Schott et ENDL. bzw. Cola nitida (Vent.) Schott et Endl., Cynara scolymus L., Terminalia chebula RETZ, Nasturtium officinale R. BR., Piper longum L. bzw. Piper retrofractum VAHL, Punica granatum L., Taraxacum officinale F. H. Wigg aggr. und Veronica officinalis L. Zusätzlich beinhaltet die Rezeptur das Mineral Natrii sulfas anhydricus sowie Aktivkohle (Carbo activates),. Dieses Arzneimittel wird laut Beschreibung angewendet bei einer geschwächten Leber-Galle-Funktion, die konstitutionell bedingt sein oder von einem Leberschaden, z.B. auf Grund einer zuvor erfolgten Leberentzündung, herrühren kann. Eine eingeschränkte Leber-Galle-Funktion kann sich durch unterschiedliche Beschwerden wie rasche Ermüdbarkeit, Appetitlosigkeit, Migräne, Blähungen, Übelkeit und Verstimmungszustände äußern.

Aus Sicht der TCM wirkt diese Rezeptur „harmonisierend“ auf das Holz- sowie Erd-Element. Zahlreiche bittere, kühle Kräuter wie Centaurium erythraea Rafn s. l., Cynara scolymus L. sowie Taraxacum officinale F. H. Wigg aggr. leiten Feuchte-Hitze aus dem Bereich von Leber und Gallenblase aus (Dawa 1999: 326). Die bittere, aber auch scharfe, thermisch warme Pflanze Nasturtium officinale R. BR. tonisiert das Nieren- und Milz-Yang, ohne das Yin zu verletzen. Einige aromatische, scharfe, thermisch warme Bestandteile wie Elettaria cardamomum, Cinnamomum aromaticum NEES, Cola acuminata, Piper longum L., Punica granatum L., aber auch Aktivkohle (Carbo activates) sowie Veronica officinalis L. tonisieren das Milz-Qi sowie -Yang. Abgerundet wird die Rezeptur durch das Blut-Stagnations-ausleitende Kraut Carthamus tinctorius L. (Dawa 1999: 102); sowie das salzige, thermisch kalte Mineral Natrii sulfas anhydricus. Der salzige Geschmack wird in der TCM eingesetzt, um Tan (Schleim-Stagnationen) aufzulösen.

Insgesamt ist diese Rezeptur bitter, scharf, aromatisch und thermisch neutral. Sie kann harmonisierend eingesetzt werden, wirkt Feuchtigkeit und auf milde Art und Weise Blut-Stagnationen entgegen und tonisiert gleichzeitig das Milz-Qi sowie -Yang.

Hier zu den nächsten Rezepturen

>>naturmed, Rezepturen 1/4

>>naturmed, Rezepturen 2/4

>>naturmed, Rezepturen 4/4

Hier zum dritten Teil des Beitrags >>naturmed, Rezepturen der TTM 3/3

Hier zum ersten Teil des Beitrags >>naturmed, Rezepturen der TTM 1/3

Dr. Florian Ploberger

Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA, TCM-Arzt, Tibetologe, Fachbuchautor. Internationale universitäre und interdisziplinäre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen Tibetische Medizin und TCM. Präsident der Österreichischen Ausbildungsgesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (ÖAGTCM). Mehrere Bücher veröffentlicht. (Schwerpunkte: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM sowie Tibetische Medizin). Von der Direktion des Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien) mit der Übersetzung der ersten beiden und des letzten Teils des bedeutendsten Werkes der Tibetischen Medizin (rgyud bzhi) beauftragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.florianploberger.com