Padma Lax und Padma Rheuma

Padma Lax und Padma Rheuma

- in TCM / Akupunktur
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Padma Lax

Bei dieser Rezeptur handelt es sich um ein Abführmittel, welches aus Pflanzenteilen der Kräuter Aloe barbadensis Miller, Jateorhiza palmata (Lam.) Miers., Marsdenia reichenbachii Triana (syn. Marsdenia condurango Reichenb. fil.), Rhamnus frangula L., Gentiana lutea L., Inula helenium L., Terminalia chebula RETZ, Piper longum L., Rhamnus purshiana DC., Rheum officinale BAILLON, Strychnos nux-vomica L. und Zingiber officinale ROSCOE sowie den Mineralien Kaolinum ponderosum, Natrii hydrogenocarbonas und Natrii sulfas anhydricus besteht. Diese Mischung dient der Behandlung gelegentlicher Verstopfung (z.B. bei Kostumstellung, Ortswechsel, Bettruhe). Zusätzlich zur abführenden Wirkung werden durch Einnahme dieser Rezeptur die Verdauungsfunktionen angeregt und Blähungen vermindert. Aus Sicht der TCM handelt es sich bei Padma Lax um eine überwiegend bittere, aber auch leicht scharfe Rezeptur. Thermisch ist sie leicht kühl. Die bitteren, kalten Kräuter wie Rheum officinale (Dawa 1999: 286) und Gentiana lutea können als Kaiserkräuter der Rezeptur angesehen werden, welche Feuchte-Hitze aus dem Bereich des Dickdarms ausleiten. Scharfe, thermisch warme oder gar heisse Polizeikräuter wie Piper longum und Zingiber officinale (tshul khrim skal bzang 2008: 87) stärken das Nieren- und Milz-Yang und verhindern somit, dass die Rezeptur zu stark ausleitend wirkt. Einige weitere Kräuter, wie beispielsweise Terminalia chebula und Aloe barbadensis Miller wirken harmonisierend auf den Dreifachen Erwärmer. Insgesamt handelt es sich somit um eine im Bereich des Dickdarms Feuchte-Hitze ausleitende Rezeptur, die jedoch das Milz-Qi und -Yang nicht verletzt.

Padma Rheuma-Akutformel

Diese Rezeptur besteht aus Pflanzenteilen der Kräuter Gentiana lutea L., Terminalia chebula RETZ, Phyllantus emblica L. (syn. Emblica officinalis GAERTN) sowie Tinospora cordifolia (WILLD.) MIERS. Zusätzlich zu diesen Kräutern enthält die Rezeptur noch wässrigen Steinölextrakt (Brag shun).  Empfohlen wird die Einnahme der Padma Rheuma-Akutformel bei akuten rheumatischen Beschwerden, welche mit Rötungen, Schwellungen und Schmerzen in Gelenken und Muskeln einhergehen. Eine Anwendung bei akuten Gicht- und Arthritisbeschwerden ist ebenfalls möglich.

Laut TCM kann diese Rezeptur sowohl eingesetzt werden, um Feuchte-Hitze aus dem Bereich von Leber und Gallenblase (und somit akut entzündliche Prozesse) auszuleiten, als auch um ein Bi-Syndroms zu behandeln. Unter Bi-Syndrom wird in der TCM ein Eindringen der „pathogenen Faktoren“ Wind, Kälte sowie Feuchtigkeit in den Bereich der Meridiane und Gelenke bezeichnet. Dieses Bi-Syndrom kann in akuten Phasen mit Schmerzen, Rötungen sowie Schwellungen im Bereich der Gelenke einhergehen. Gentiana lutea L. ist bitter und thermisch kalt und leitet Feuchte-Hitze im Bereich von Leber und Gallenblase aus (Yonten 1998: 131). Die drei anderen Kräuter der Rezeptur können darüber hinaus zur Behandlung eines Bi-Syndroms eingesetzt werden. Sie besitzen neben dem bitteren auch einen scharfen Geschmack und sind thermisch nur leicht kühl. Aus Sicht der TCM ist der Steinölextrakt bitter, leicht kühl und wird zum Ausleiten von Hitze im Bereich von Leber und Nieren eingesetzt. Generell wirken ölige Essenzen hauptsächlich als Jing-Tonic und wirken damit stärkend auf das Nieren-Qi.Insgesamt ist die Mischung Padma Rheuma-Akutformel somit bitter und leicht scharf, thermisch kühl und kann damit zur Behandlung von Feuchte-Hitze im Bereich von Leber und Gallenblase sowie eines mit Hitze-Symptomen einhergehenden Bi-Syndroms eingesetzt werden.

Hier zu den nächsten Rezepturen

>>naturmed, Rezepturen 1/4

>>naturmed, Rezepturen 3/4

>>naturmed, Rezepturen 4/4

Hier zum dritten Teil des Beitrags >>naturmed, Rezepturen der TTM 3/3

Hier zum ersten Teil des Beitrags >>naturmed, Rezepturen der TTM 1/3

Dr. Florian Ploberger

Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA, TCM-Arzt, Tibetologe, Fachbuchautor. Internationale universitäre und interdisziplinäre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen Tibetische Medizin und TCM. Präsident der Österreichischen Ausbildungsgesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (ÖAGTCM). Mehrere Bücher veröffentlicht. (Schwerpunkte: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM sowie Tibetische Medizin). Von der Direktion des Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien) mit der Übersetzung der ersten beiden und des letzten Teils des bedeutendsten Werkes der Tibetischen Medizin (rgyud bzhi) beauftragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.florianploberger.com