Was ist Gender-Medizin?

Was ist Gender-Medizin?

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Gender – das soziale Geschlecht

Gender bedeutet im wissenschaftlichen Sprachgebrauch das soziale Geschlecht. Es wird vom biologischem Geschlecht engl. sex abgegrenzt. Man weiß schon lange, dass Frauen und Männer in vielen Dingen unterschiedlich sind. Auch die Medizin hat dies nun endlich erkannt und versucht die unterschiedlichen Erkrankungen und Symptome mittels der Gender-Medizin zu berücksichtigen.

Gender
Was ist Genfer-Medizin? Wo liegen die Unterschiede in der Behandlung von Mann und Frau?

Genfer-Medizin: Die geschlechterspezifische Medizin

Gender-Medizin oder auch geschlechterspezifische Medizin befasst sich vor allem damit, welchen Einfluss das Geschlecht auf die Gesundheit, die Behandlungsformen und präventiven Maßnahmen hat.

Bei der Gender-Medizin ist es wichtig die körperlichen Unterschiede richtig zu deuten und die  Krankengeschichte geschlechterspezifisch zu berücksichtigen. Zum Beispiel haben Frauen von Haus aus eine geringere Muskelmasse als Männer, gerade im Alter wird diese Muskelmasse abgebaut, dadurch verändert sich geschlechterspezifisch auch der Kreatinin-Wert. Gerade dies muss im Hinblick auf die Nierenfunktion genauer betrachtet werden.

Auch die Wirkung der Hormone, vor allem prämenopausal oder nach der Menopause ist sehr wichtig bei der Entstehung von Osteoporose und den oft fatalen Oberschenkelhalsfrakturen.

Einige Präparate, wie Migränemittel, Schilddrüsenpräparate, Antidepressiva, oder Schlaf-und Beruhigungsmittel werden im Vergleich viel häufiger an Frauen verschrieben als an Männer. Auch die Medikamentenabhängigkeit ist bei Frauen größer als bei Männern, gerade bei Antidepressiva ist eine geschlechterspezifische Schere zu erkennen.

Dagegen ist die Versorgung mit Betablockern, Antidiabetika und Statinen bei Frauen geringer als bei Männern, da bei Frauen die typischen Symptome der Erkrankungen häufig fehlinterpretiert werden.

Der Unterschied zwischen Männern und Frauen

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen ist der Umgang mit einer Erkrankung und der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten. Während Frauen häufiger Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und ihre verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen, sind Männer etwas laxer mit Kontrolluntersuchungen und der kontinuierlichen Einnahme von Arzneimitteln.

Die Schmerzwahrnehmung ist genderspezifisch

Frauen reagieren stärker auf Opioide als Männer, auch die Schmerzverarbeitung im Gehirn ist bei Frauen anders als bei Männern. Dies liegt an der unterschiedlichen Sensitivität der Rezeptoren im Gehirn. Auch Juckreiz wird unterschiedlich empfunden. Stress ist bei Frauen ein Trigger für Juckreizattacken, meist juckt es sie an den Beinen. Männern dagegen juckt es eher an den Armen.

Kontrazeptiva – eine Gefahr für die Frau

Bei Frauen im gebärfähigem Alter werden orale Kontrazeptiva der dritten und vierten Generation verordnet, welche nachweislich das Risiko einer venösen Thrombose erhöhen. Dies stellte sogar die EMA –Europäische Arzneimittelagentur fest. Da die neueren Kontrazeptiva allerdings eine positive Wirkung auf Haut und Haare haben, kommen diese trotz erhöhter Thrombosegefahr zum Einsatz. Die Gendermedizin muss hier die jungen Frauen aufklären und die Nebenwirkung von Medikamenten klar herausstellen.

Einseitige Arzneimittelstudien

Meist werden bei Arzneimittelstudien junge gesunde Männer herangezogen, somit können die geschlechterspezifischen Aspekte der Arzneimittel nicht gesondert berücksichtigt werden. Gerade hier gilt es Defizite aufzuarbeiten. Man weiß, dass Männer schneller Alkohol abbauen wie Frauen, dies liegt an den Ezymen des Magen-Darm-Traktes. Auch die unterschiedliche Fettverteilung von Männern und Frauen bewirkt eine differenzierte Verteilung und Aufnahme von Medikamenten, deshalb sind Frauen häufiger überdosiert und haben häufiger mehr Nebenwirkungen als Männer.

Fazit

Die Gender-Medizin kann eine große Bereicherung für die Gesellschaft sein, beide Geschlechter können davon nur profitieren.

Weitere Informationen zum Thema Genfer-Medizin finden Sie hier:

Gender in TCM und Schmerzmedizin (online video)/ Bäumler
>>https://www.naturmed.de/tcmakupunktur/klinische-praxis/schmerztherapie/20228/gender-in-tcm-und-schmerzmedizin-online-video

Flourishing Yin: Gender in China´s Medical History/ Furth
>>https://www.naturmed.de/tcmakupunktur/grundlagen-der-tcm/klassiker-gelber-kaiser/736/flourishing-yin-gender-in-chinas-medical-history

Damone: Principles of Chinese Medical Andrology

>>https://www.naturmed.de/tcmakupunktur/grundlagen-der-tcm/klassiker-gelber-kaiser/736/flourishing-yin-gender-in-chinas-medical-history

 

Silvia Janka

Heilpraktikerin, Praxis für traditionelle chinesische Medizin seit 2008 in München. Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin am SDI von 1997-1999. Ausbildung in Akupunktur und Phytotherapie am ZFN bei Xi Ru Ritzer, sowie Studienreisen nach Chengdu 2008/2009. Praktikum bei Tancheng Wong (TCM Therapeutin/ 2008/2009).