Asthma aus Sicht der Tibetischen Medizin

Asthma aus Sicht der Tibetischen Medizin

- in TCM / Akupunktur
757
Kommentare deaktiviert für Asthma aus Sicht der Tibetischen Medizin

Behandlung von Asthma mit Tibetischer Medizin

Von Dr. Florian Ploberger

In dem bedeutendsten Werk der Tibetischen Medizin „rgyud bzhi“ ist ein Kapitel, nämlich das achtundvierzigste des dritten Abschnittes, dem Thema „Asthma“ gewidmet. Dieses Kapitel beschreibt eigentlich das tibetische Krankheitsbild „dbugs mi dbe ba“, wörtlich übersetzt „Schwierigkeit beim Atmen“.

Als Ursache dieses Krankheitsbildes wird eine Schwäche der Hitze des Verdauungstraktes mit daraus resutierendem Überschuss von „bad kan“ (Schleim) genannt. Genauer gesagt gibt es laut der tibetischen Tradition aber insgesamt fünf verschiedene Arten von „Asthma“ mit jeweils verschiedenen Ursachen, Symptomen sowie Therapiekonzepten.

ma rig pa (dt. Unwissenheit)

Die Ursache jeglichen Leidens (insgesamt soll es 84.000 verschiedene Krankheitsbilder geben) liegt laut Tibetischer Medizin in „ma rig pa“, im Deutschen oft mit „Unwissenheit“ übersetzt. Diese Unwissenheit besteht auf diversen Ebenen. Wir wissen nicht, wer wir sind, wie wir uns zu verhalten haben, welche Umgebung bzw. uns gut tut, welche Nahrungsmittel und Medikamente wir einnehmen können etc..

Ausgehend von einer präzisen Diagnostik, welche die Analyse des Pulses, die Betrachtung des Urins sowie die Befragung des Patienten beinhaltet, gibt der Arzt nun individuell an den Patienten angepasste Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen. Sollten diese nicht effizient genug sein, kommen darüber hinaus sogenannte äussere Therapien wie beispielsweise Moxibustion, Massage und die Goldene-Nadel-Akupunktur zur Anwendung. Am effizientesten werden individuell an die Befindlichkeit des Patienten angepasste tibetische Pillen angesehen. Diese Pillen werden 2 bis 3 Mal täglich mit heißem Wasser eingenommen.

An dieser Stelle noch einige allgemeine Empfehlungen: um laut rgyud bzhi Atmenschwierigkeiten zu behandeln, ist das äussere Einreiben des Körpers mit Sesamöl sowie diversen Salzen und die Einnahme von Ziegenmilch sowie abgekochtem heissen Wasser anzuraten.

Literaturempfehlungen:

ploberger_tibetPloberger, F. (2012)

Die Grundlagen der Tibetischen Medizin,

eine Übersetzung des Werkes „Fundamentals of Tibetan Medicine“ der Men-Tsee-Khang Publications,

2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa.

ploberger_tantraPloberger, F. (2013)

Wurzeltantra und Tantra der Erklärungen der Tibetischen Medizin,

2. Auflage, Schiedlberg: Bacopa.

ploberger_letzte-tantraPloberger, F. (2015)

Das letzte Tantra aus Die vier Tantra der Tibetischen Medizin,

Schiedlberg: Bacopa.

Autor:

422d26baDr. med. FLORIAN PLOBERGER, B.Ac., MA
TCM-Arzt, Univ.-Lektor, Präsident der ÖAGTCM, Tibetologe, Fachbuchautor, www.florianploberger.com

 

Dr. Florian Ploberger

Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA, TCM-Arzt, Tibetologe, Fachbuchautor. Internationale universitäre und interdisziplinäre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen Tibetische Medizin und TCM. Präsident der Österreichischen Ausbildungsgesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (ÖAGTCM). Mehrere Bücher veröffentlicht. (Schwerpunkte: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM sowie Tibetische Medizin). Von der Direktion des Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien) mit der Übersetzung der ersten beiden und des letzten Teils des bedeutendsten Werkes der Tibetischen Medizin (rgyud bzhi) beauftragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.florianploberger.com