Rezepturen die Feuchtigkeit trocknen und Schleim ausleiten

Rezepturen die Feuchtigkeit trocknen und Schleim ausleiten

- in TCM / Akupunktur
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Rezepturen aus chinesischen und westlichen Kräutern, welche Feuchtigkeit trocknen und Schleim ausleiten

ein Beitrag von Florian Ploberger

Minze ist eine gute westliche Alternative zur chinesischen Rezeptur.

Die Milz gilt in der TCM als Quelle von Feuchtigkeit und Schleim. Das Milz-Qi sollte durch ein kräftiges Nieren-Yang unterstützt werden. Deswegen beinhalten sämtliche Feuchtigkeit und Schleim ausleitenden Rezepturen Kräuter, die das Nieren-Yang sowie das Milz-Qi tonisieren.

Feuchtigkeit und Schleim dienen als Ursache für weitere Krankheitsmuster: Sie führen zu einer Verlangsamung der Qi-Zirkulation. Klassische Symptome, die bei Feuchtigkeit und Schleim gefunden werden können, sind: Müdigkeit, Schweregefühl, Hustenreiz, Brechreiz sowie Schwindelzustände. Feuchtigkeit und Schleim stehen in enger Verbindung zueinander. Feuchtigkeit ist die Vorstufe des Schleimes. Wenn Feuchtigkeit längere Zeit besteht und diese – beispielsweise durch eine zusätzlich bestehende Hitze – „eingedickt“ wird, entsteht daraus Schleim. Die in diesem Abschnitt des Buches vorgestellten Rezepturen trocknen Feuchtigkeit und leiten Schleim aus. Wichtig ist dabei, immer das Milz-Qi zu tonisieren, da die Milz die Trockenheit liebt und Feuchtigkeit verabscheut.

Folgende Zungenbefunde können bei Feuchtigkeit und Schleim gefunden werden:

Wenn die Feuchtigkeit im Vordergrund steht, so findet sich ein dicker, feuchter Zungenbelag auf einem breiten Zungenkörper mit Zahnabdrücken an Zungenrändern. Wenn Schleim vorliegt, so ist der Zungenkörper zusätzlich dick.

Folgende Pulsbefunde können bei Feuchtigkeit und Schleim gefunden werden:

Der Feuchtigkeit wird ein gleitender (hua) Puls zugeordnet. Sollte Schleim vorliegen, ist der Puls dünn (xi). Wie oben angeführt, hat Feuchtigkeit die Eigenschaft, den Qi-Fluss zu verlangsamen. Die Therapie von Patienten, bei denen Feuchtigkeit und Schleim vorliegen, benötigt relativ viel Zeit. Oft sind Krankheitsbilder, die durch Feuchtigkeit und Schleim verursacht werden, chronisch.

Er chen tang

(Zweifach behandelndes-Dekokt)

  • Rhz. Pinelliae (Banxia) 12 g Kaiserkraut
  • Pericarpium Citri reticulate (Chenpi) 12 g Kaiserkraut
  • Poria Cocos (Fuling) 9 g Ministerkraut
  • Rdx. Glycyrrhizae (Gancao) 4 g Polizeikraut
  • Rhz. Zingiberis officinalis viridae (Shengjiang) 2 g Botschaftskraut

Wirkung:

Trocknet Feuchtigkeit, wandelt Schleim um, reguliert das Qi und harmonisiert den ME (Mittlerer Erwärmer).

Indikation:

Husten mit weißem Sputum, das leicht abgehustet werden kann, Spannungsgefühl bzw. Druck im Bereich des Brustkorbes, Herzklopfen, Brechreiz sowie Drehschwindel.

Entsprechende westliche Krankheitsbilder:

Grippaler Infekt, chronische Bronchitis, chronische Tonsillitis (Mandelentzündung), chronische Gastritis (Entzündung der Magenschleimhäute), Ulcus duodeni (Schleimhautläsionen des Zwölffingerdarms), Morbus Meniere (eine Kombination aus Drehschwindel, Hörsturz, Ohrensausen) sowie Knoten im Bereich der Schilddrüse.

Zunge: geschwollener Zungenkörper; weißer, dicker, zäher Zungenbelag.

Puls: gleitend (hua).

Beschreibung der klassischen TCM-Rezeptur:

Die Kräuter der Rezeptur „Er chen tang“ trocknen Feuchtigkeit und leiten Schleim aus. „Er chen tang“ kann bei folgenden Symptomen eingesetzt werden: Husten mit starker Sputumproduktion (das Sputum besitzt eine weiße Farbe und ist leicht abzuhusten), Druck- und Völlegefühl im Bereich des Brustkorbes, Palpitationen (Herzklopfen), Brechreiz und Erbrechen, Schwindelgefühl; ein geschwollener, breiter Zungenkörper mit einem weißen, dicken, feuchten Zungenbelag sowie ein gleitender (hua) Puls. Diese Symptome entstehen, wenn aufgrund eines Milz-Qi-Mangels Feuchtigkeit entsteht. Wenn sich diese Feuchtigkeit ansammelt und längere Zeit besteht, kann dieser Prozess zur Entwickelung von Schleim führen.

Feuchtigkeit und Schleim behindern wiederum die Milz daran, Flüssigkeiten umzuwandeln. Wenn sich Schleim im Bereich des Mittleren Erwärmers befindet, entstehen Völlegefühl sowie Brechreiz und Erbrechen. (Schleim kann die absteigende Bewegung des Magen-Qi beeinträchtigen, mit dem Resultat, dass Brechreiz und Erbrechen auftreten). Es ist üblich, dass sich Schleim im oberen Teil des Körpers ansammelt. Ein typisches Symptom für Schleim im Bereich des Oberen Erwärmers ist Husten mit starker Sputumproduktion. Der Schleim ist üblicher Weise weiß und leicht abhustbar.

Zusammengefasst kann „Er chen tang“ eingesetzt werden, wenn ein Milz-Qi-Mangel zu Feuchtigkeit und Schleim führt und diese Faktoren wiederum das Milz-Qi in seiner Funktion beeinträchtigen. Die Rezeptur „Er chen tang“ kann, wenn sie unangebracht bzw. zu hoch dosiert eingenommen wird, zu massiven Durstzuständen und Trockenheit der Schleimhäute führen. Natürlich soll diese Rezeptur nicht bei trockenem Husten aufgrund eines Lungen-Yin-Mangels verschrieben werden.

Zur Analyse der einzelnen Kräuter der Rezeptur:

Feuchtigkeit wird behandelt, in dem man der Ursache der Feuchtigkeit, einem Milz-Qi-Mangel, entgegenwirkt. Zusätzlich können trocknende Kräuter der Rezeptur beigefügt werden. Rhz. Pinelliae (Banxia) ist scharf, thermisch warm und kann eingesetzt werden, um Feuchtigkeit zu trocknen und Schleim auszuleiten. Zusätzlich leitet es rebellierendes Magen-Qi abwärts. Aufgrund dieser Wirkung ist Rhz. Pinelliae (Banxia) das Kaiserkraut, das speziell gegen Brechreiz und Erbrechen eingesetzt werden kann. Das zweite Kaiserkraut Pericarpium Citri reticulate (Chenpi) tonisiert ebenfalls das Milz-Qi und unterstützt den Qi-Fluss im Bereich des Mittleren Erwärmers. Dieses Kraut leitet Feuchtigkeit aus, indem es die Transport- und Umwandlungsfunktion der Milz anregt. Poria Cocos (Fuling) tonisiert das Milz-Qi und leitet als Ministerkraut Feuchtigkeit über die Diurese (den Harnfluss) aus. Zusätzlich wirkt es Palpitationen (Herzklopfen) sowie Schwindelzuständen entgegen, indem es dem Schleim im Bereich des Oberen Erwärmers entgegenwirkt. Das Polizeikraut Rdx. Glycyrrhizae (Gancao) wird in dieser Rezeptur verwendet, um das Milz-Qi zu tonisieren und die Wirkungen der anderen Kräuter der Rezeptur zu harmonisieren. Das Botschaftskraut Rhz. Zingiberis officinalis viridae (Shengjiang) unterstützt die Wirkung von Rhz. Pinelliae (Banxia) in der Brechreiz-reduzierenden Wirkung.

Entsprechende Rezeptur aus westlichen Kräutern:

  • Pericarpium Citri reticulate Mandarinenschalen 9 g Kaiserkraut
  • Radix Angelicae archangelicae geröstete Engelwurz 4 g Ministerkraut
  • Herba Thymi Thymian 3 g Ministerkraut
  • Radix Glyzyrrhizae Süßholz 2 g Polizeikraut
  • Rhizoma Zingiberis officinalis frischer Ingwer 2 g Botschaftskraut
  • Herba Menthae piperitae Pfefferminze 3 g Ministerkraut

Beschreibung der Rezeptur aus westlichen Kräutern:

Als Kaiserkraut dieser Rezeptur dienen Mandarinenschalen (Pericarpium Citri ret.). Diese tonisieren das Milz-Qi und unterstützen den Qi-Fluss im Bereich des Mittleren Erwärmers. Sie regen die Transport- und Umwandlungsfunktion der Milz an und wandeln auf diese Weise Feuchtigkeit und Schleim um. Die westliche Angelikawurzel (Radix Angelicae archangelicae) ist vom Geschmack her scharf, leicht bitter, süß und thermisch warm. Auf keinen Fall darf dieses Kraut mit der chinesischen Angelikawurzel (Rdx. Angelicae sinensis, chinesische Bezeichnung: Danggui) verwechselt werden, da diese Kräuter stark divergierende Wirkung aufweisen: Die chinesische Angelikawurzel (Rdx. Angelicae sinensis, chinesische Bezeichnung: Danggui) tonisiert das Leber-Blut.

Die westliche Angelikawurzel (Radix Angelicae archangelicae) tonisiert als Ministerkraut das Milz-Qi und -Yang, wirkt karminativ und kann eingesetzt werden um, Feuchte Kälte speziell aus den Bereich des Dickdarmes auszuleiten. Zusätzlich tonisiert die westliche Angelikawurzel (Radix Angelicae archangelicae) das Lungen-Qi und leitet Schleim-Kälte aus dem Bereich der Lunge aus. In dieser Rezeptur kommt die geröstete Engelswurz (Radix Angelicae archangelicae) zur Anwendung. Durch den Vorgang des Röstens wird das Kraut thermisch wärmer, darüber hinaus wird eine stärkere Feuchtigkeit ausleitende Wirkung erzielt.

Das zweite Ministerkraut der Rezeptur, Thymian (Herba Thymi), ein bitteres, warmes Kraut, eignet sich, um das Nieren-Yang zu tonisieren, gleichzeitig das Lungen-Qi abzusenken und Feuchtigkeit und Schleim auszuleiten. Die Kombination des bitteren Geschmackes mit einer thermisch warmen Wirkung erfüllt ideal die Kriterien eines Feuchtigkeit und Schleim ausleitenden Krautes. Das Polizeikraut Süßholz (Rdx. Glycyrrhizae) befindet sich in dieser Rezeptur, um das Milz-Qi zu tonisieren. Der scharfe, thermisch heiße Ingwer (Rhz. Zingiberis officinalis) befindet sich als Botschaftskraut in der Rezeptur. Er unterstützt – wenn er in Kombination mit Mandarinenschalen (Pericarpium Citri ret.) gegeben wird – deren Qi regulierende und harmonisierende Wirkung und regt zusätzlich das Lungen-Qi an.

Pfefferminze (Herba Menthae) ist ein scharfes, thermisch kühles Kraut. Dieses Ministerkraut rundet die Wirkung dieser Rezeptur aus westlichen Kräutern ab. Sie löst Qi-Stagnationen im Bereich des Mittleren Erwärmers auf, tonisiert das Milz-Qi und wirkt harmonisierend im Bereich des Mittleren Erwärmers. Durch die Kombination zweier bitterer Kräuter, nämlich Angelikawurzel (Radix Angelicae archangelicae) und Thymian (Herba Thymi), mit zwei scharfen Kräutern, dem frischen Ingwer (Rhz. Zingiberis) sowie Pfefferminze (Herba Menthae), wird die Zirkulation des Qi im Bereich des Mittleren Erwärmers optimal unterstützt.

Xiang sha er chen tang

(Die 2 Leiden behandelnde Rezeptur mit Rdx. Aucklandiae und Fructus Amomi)

  • Rhz. Pinelliae (Banxia) 6 g Kaiserkraut
  • Pericarpium Citri reticulatae (Chenpi) 4 g Kaiserkraut
  • Poria Cocos (Fuling) 5 g Ministerkraut
  • Rdx. Glycyrrhizae (Gancao) 3 g Polizeikraut
  • Rdx. Aucklandiae oder Saussurea (Muxiang) 3 g Ministerkraut
  • Fructus Amomi (Sharen) 3 g Ministerkraut
  • Rdx. Platycodi (Jiegeng) 3 g Botschaftskraut

Wirkung:

Löst Feuchtigkeit und Schleim auf, trocknet im Bereich des Verdauungstraktes, wirkt gegen Brechreiz und reguliert Milz und Magen.

Indikation:

Appetitlosigkeit, Druckgefühl in der Bauchregion nach dem Essen sowie Müdigkeit.

Entsprechende westliche Krankheitsbilder:

Adipositas (Übergewicht), Meteorismus (Blähungen), chronische Gastritis (Entzündung der Magenschleimhäute), chronische Hepatitis (Leberentzündung), chronische Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse), akute und chronische Cholezystitis (Entzündung der Gallenblase), chronische Sinusitis (Entzündung der Nebenhöhlen), chronische Bronchitis sowie Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)

Zunge: geschwollener Zungenkörper; dicker, gelber Belag im ME.

Puls: leicht gleitend (hua) und gespannt (xian) im ME.

Beschreibung der klassischen TCM-Rezeptur:

Bei „Xiang sha er chen tang“ handelt es sich um eine Abänderung der Rezeptur „Er chen tang“. Durch das Zufügen von drei Kräutern wird eine zusätzliche Feuchtigkeits-trocknende und Schleim-ausleitende Wirkung erzielt. Lediglich Rhz. Zingiberis officinalis (Shengjiang) wurde aus der ursprünglichen Rezeptur entfernt. Ich darf aus diesem Grund bei der Analyse auf die zuvor beschriebene Rezeptur „Er chen tang“ verweisen und werde im Folgenden nur die Wirkung der drei hinzugefügten Kräuter erläutern.

Rdx. Aucklandiae oder Saussurea (Muxiang) ist ein scharf-bitteres, thermisch warmes Kraut. Es wird als Ministerkraut eingesetzt, um das Qi vor allem im Bereich des Mittleren Erwärmers zu bewegen und Schmerzen zu lindern. Desweiteren hat es einen Bezug zu Leber und Gallenblase und kann gegen eine Qi-Stagnation in diesem Bereich eingesetzt werden. In Kombination mit Fructus Amomi (Sharen) kann es bei Vorliegen von Völlegefühl, Druckgefühl und Schmerzen im Bauchbereich, Appetitlosigkeit, Brechreiz und Erbrechen, Diarrhö (Durchfall) sowie Blähungen werden.

Fruchtus Amomi (Sharen) ist scharf, aromatisch und thermisch warm. Dieses Ministerkraut wird eingesetzt, um Feuchtigkeit umzuwandeln und Brechreiz zu vermindern. Darüber hinaus unterstützt es die Qi-Bewegung im Bereich des Mittleren Erwärmers und tonsiert das Milz-Qi. Vielen Rezepturen wird Fructus Amomi (Sharen) beigefügt, um der befeuchtenden Wirkung stark tonisierender Kräuter entgegenzuwirken. Rdx. Platycodi (Jiegeng) ist bitter-scharf, thermisch neutral und hat einen Bezug zur Lunge. Es wird als Botschaftskraut verwendet, um Feuchtigkeit und Schleim aus den Bereich der Lungen auszuleiten. Desweiteren kann Rdx. Platycodi (Jiegeng) eingesetzt werden, um Eiteransammlungen bzw. Abszesse aus dem Körper auszuleiten.

Zusammengefasst ist die Wirkung der Rezeptur

„Xiang sha er chen tang“ folgende: Feuchtigkeit wird getrocknet und Schleim ausgeleitet. Das Milz-Qi wird tonisiert und Brechreiz und Erbrechen entgegengewirkt. Wie schon bei der Rezeptur „Er chen tang“ angeführt gilt, dass Patienten mit einem Yin-Mangel die Kräuter möglicherweise nicht gut vertragen. Eine typische Nebenwirkung für Menschen mit einem Yin-Mangel nach Einnahme der Kräuter sind Magenschmerzen.

Entsprechende Rezeptur aus westlichen Kräutern:

  • Pericarpium Citri reticulate Mandarinenschalen 5 g Kaiserkraut
  • Radix Glyzyrrhizae Süßholz 2 g Polizeikraut
  • Radix Angelicae archangelicae geröstete Engelwurz 4 g Ministerkraut
  • Herba Thymi Thymian 3 g Ministerkraut
  • Fructus Cardamomi Kardamon 3 g Ministerkraut
  • Herba Menthaepiperitae Pfefferminze 3 g Ministerkraut
  • Herba Alchemillae vulgaris Frauenmantel 2 g Ministerkraut

Beschreibung der Rezeptur aus westlichen Kräutern:

Mandarinenschalen (Pericarpium Citri ret.) dienen als Kaiserkraut dieser Rezeptur. Diese sind scharf, bitter, leicht aromatisch, thermisch warm und können eingesetzt werden, um Feuchtigkeit zu trocknen und Schleim umzuwandeln. Sie tonisieren das Milz-Qi und beugen Stagnationen im Bereich des Verdauungstraktes vor. Das Polizeikraut Süßholz (Rdx. Glycyrrhizae) gilt einerseits als harmonisierendes Kraut, andererseits als Kraut, das vor der austrocknenden Wirkung der anderen Bestandteile dieser Rezeptur schützt.

Die westliche Engelwurz, auch bekannt unter der Bezeichnung Angelikawurzel (Rdx. Angelicae archangelicae), besitzt einen scharfen, leicht bitteren, süßen Geschmack und ist thermisch warm. Dieses Ministerkraut tonisiert das Milz-Qi und -Yang, wirkt karminativ und leitet Feuchte Kälte aus. Unterstützt wird Angelikawurzel (Rdx. Angelicae archangelicae) durch die nächsten beiden Ministerkräuter: Thymian (Herba Thymi) und Kardamom (Fructus Cardamomi).

Die Kombination dieser beiden Kräuter eignet sich, um Feuchtigkeit und Schleim, der aufgrund eines Milz-Qi-Mangels bestehen, entgegenzuwirken. Beide Kräuter können eingesetzt werden, um ein Druckgefühl in der Bauchregion, das nach dem Essen auftritt, zu behandeln.

Ein weiteres Ministerkraut, die Pfefferminze (Herba Menthae), ist scharf und thermisch kühl. Dieses Kraut löst Qi-Stagnationen im Bereich des Mittleren Erwärmers auf, tonisiert das Milz-Qi und wirkt harmonisierend im Bereich des Mittleren Erwärmers. Aufgrund seines bitteren Geschmackes besitzt das letzte Ministerkraut dieser Rezeptur, der Frauenmantel (Herba Alchemillae vulgaris), neben der Qi-Stagnation lösenden eine Feuchtigkeit ausleitende Wirkung.

Zusammengefasst ist die Wirkung der Rezeptur aus westlichen Kräutern folgende: Feuchtigkeit wird getrocknet und Schleim ausgeleitet. Das Milz-Qi wird tonisiert und Brechreiz und Erbrechen entgegengewirkt.

Literaturempfehlung:

Dr. Florian Ploberger, B.Ac., MA (2017)

Westliche und traditionell chinesische Heilkräuter, Schiedlberg: Bacopa.

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Dr. Florian Ploberger

Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA, TCM-Arzt, Tibetologe, Fachbuchautor. Internationale universitäre und interdisziplinäre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen Tibetische Medizin und TCM. Präsident der Österreichischen Ausbildungsgesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (ÖAGTCM). Mehrere Bücher veröffentlicht. (Schwerpunkte: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM sowie Tibetische Medizin). Von der Direktion des Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien) mit der Übersetzung der ersten beiden und des letzten Teils des bedeutendsten Werkes der Tibetischen Medizin (rgyud bzhi) beauftragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.florianploberger.com