Getreidebreie mit westlichen Kräutern für 7 verschiedene TCM-Syndrome

Getreidebreie mit westlichen Kräutern für 7 verschiedene TCM-Syndrome

- in TCM / Akupunktur
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Die zusammengestellten Getreidebreie wurden entwickelt, um Menschen auf eine wohlschmeckende Art und Weise auf ihrem Weg zu optimaler Gesundheit zu unterstützen. Jede der sieben Mischungen besteht aus diversen Getreidearten sowie Kräutern, die bei uns heimisch sind. Dennoch wurden die Mischungen nach TCM-Kriterien erstellt. Beispielsweise gibt es eine Mischung, die einem Blut-Mangel entgegenwirkt, eine Weitere, die einem Yin-Mangel entgegenwirkt, etc. Die Beschreibung der entsprechenden TCM-Syndrome finden Sie bei den jeweiligen Mischungen.

Einnahme-Modalitäten:

Bei regelmäßiger Einnahme kann sich die Wirkung optimal entfalten! Entweder Sie bereiten 3 bis 5 Esslöffel dieser Mischung wie einen Grießbrei mit Milch, Reismilch, Sojamilch, etc. zu und süßen nach Belieben mit Honig, Ahornsirup, etc. nach; oder Sie mischen kleinere Mengen in jene Mahlzeiten, die Sie regelmäßig zubereiten, beispielsweise wenn Sie einen Kuchen backen, Suppen zubereiten…

Um den Weg zu optimaler Gesundheit zu bahnen, sind nach einer Auflistung der enthaltenen Getreidesorten sowie Kräuter der jeweiligen Mischung die Symptome des entsprechenden TCM-Syndromes angeführt. Bei jedem TCM-Syndrom sind die entsprechenden Ursachen beschrieben, sodass jeder individuell den Ursachen entgegenwirken kann.

Auch die TCM Puls- und Zungenbefunde sind angeführt. Um die Selbstverantwortung bzw. die Eigeninitiative zu unterstützen, finden Sie zu jedem TCM-Syndrom entsprechende Ernährungsempfehlung; wobei jeweils Fleisch, Fisch / Meeresfrüchte, Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide, Kräuter, Algen, Samen / Nüsse, Öle / Fette, sowie Verschiedenes aufgelistet sind.

Feuchte-Hitze

  • Reis 280 g
  • Gerste 120 g
  • Herba Equiseti Ackerschachtelhalm 25 g
  • Fructus Cardui mariae Mariendistel 20 g
  • Radix Taraxaci Löwenzahnwurzel 10 g
  • Herba Urticae Brennesselblätter 10 g
  • Herba Solidaginis virgaureae Goldrutenkraut 15 g
  • Radix Gentianae Enzianwurzel 10 g
  • Folium Cynariae Artischocke 10 g

Diese Mischung wurde entwickelt, um Menschen mit einem Vorliegen von Feuchter-Hitze zu unterstützen. Typische Symptome, die als Indiz für das Vorliegen von Feuchter-Hitze im Körper gelten, sind: ein Schweregefühl des Körpers, ein gleitender (hua), schneller (shuo) Puls sowie ein dicker, feuchter, gelber Zungenbelag auf einem roten, breiten Zungenkörper.

Traditionelle Texte beschreiben Menschen, bei denen Feuchte-Hitze vorliegt, folgendermaßen: sie haben einen gut ausgeprägten Appetit und können große Mengen Flüssigkeit zu sich nehmen. Sie sind ehrgeizig, haben einen erhöhten Muskeltonus, entspannen sich durch körperliche Bewegung, schwitzen stark und besitzen intensiv riechende Ausscheidungen. Entsprechende Menschen lieben es, kalte Getränke und Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und sich an kühlen Orten aufzuhalten.

Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

Fisch / Meeresfrüchte

  • Zander

Früchte

  • Heidelbeere
  • Johannisbeere
  • Papaya

Gemüse

  • Artischocke
  • Brunnenkresse
  • Chinakohl
  • Chiroree
  • Endivien
  • Erbsen
  • Kohl
  • Löwenzahn
  • Salat
  • Sellerie

Hülsenfrüchte

  • Azukibohne
  • Mungobohnen-Sprossen

Getreide

  • Amaranth
  • Gerste
  • Grünkern
  • Reis
  • Quinoa

Kräuter

  • Ackerschachtelhalm (Hb. Equiseti)
  • Andorn (Hb. Marubii)
  • Artischoke (Fol. Cynarae)
  • Augentrost (Hb. Euphrasiae)
  • Bärentraube (Fol. Uvae ursi)
  • Birke (Fol. et Cx. Betulae)
  • Bruchkraut (Hb. Herniariae)
  • Efeu (Fol. Herniariae helicis)
  • Enzian (Rx. Gentianae)
  • Frauenmantel (Hb. Alchemillae)
  • Heidelbeere (Fr. Myrtilli)
  • Kornblume (Fl. Cyani)
  • Leberblümchen (Hb. Hepaticae)
  • Odermennig (Hb. Agrimnoniae)
  • Rittersporn (Fl. Calcatrippae)
  • Schwertlilie (Rz. Iridis)
  • Tausendguldenkraut (Hb. Centauri)

Algen

  • Agar-Agar
  • Arame
  • Dulse
  • Iziki
  • Kombu
  • Nori
  • Wakame

Samen / Nüsse

  • Kürbiskerne

Öle / Fette

  • Kürbiskernöl
  • Olivenöl

 Verschiedenes

  • Grüntee
  • Kaffee
  • Schwarztee

Yin

  • Dinkel 180 g
  • Mais 150 g
  • Weizen 50 g
  • Radix Glycyrrhizae Uralensis Süßholz 30 g
  • Sojabohne, gelb 20 g
  • Pericarpium Citri reticulatae Mandarinenschalen 20 g
  • Herba Galeopsidis ockergelber Hohlzahn 20 g
  • Herba Visci alba Mistel 10 g
  • Folium Melissae Melisse 10 g
  • Flos Rosae Rose 10 g

Diese Mischung wurde entwickelt, um Menschen mit einem Yin-Mangel zu unterstützen. Traditionelle Texte beschreiben Menschen, bei denen dieser vorwiegend vorliegt, folgendermaßen: sie sind eher dünn, die Gelenke knirschen, sie leiden unter Schlafproblemen und Nachtschweiß sowie innerer Unruhe.

Yin steht in diesem Zusammenhang unter anderem für die Substanz des Körpers. Ein Yin-Mangel entwickelt sich nicht über Nacht. Dementsprechend nimmt die Therapie eines Yin-Mangels lange Zeit in Anspruch. In der klassischen Literatur wird angegeben, dass die Therapie eines Yin-Mangels bis zu sieben Jahre benötigt.

Dann ist jedoch die Konstitution eines Patienten wirklich geändert. Es gibt verschiedene Ursachen eines Yin-Mangels:

Verlust von Körpersäften durch starkes Schwitzen, Blutverluste, Erbrechen, Durchfall, Geburten, Stillen, bei Männern zu häufiges Ejakulieren, übermäßige Einnahme scharf-heißer Nahrungsmittel sowie Kräuter, Schlafmangel, etc.

Typisch für einen Yin-Mangel sind folgende Symptome: Nachtschweiß, Verschlimmerung der Beschwerden ab siebzehn Uhr, „Hitze der fünf Herzen“ (Handinnenflächen, Fußsohlen und Brustkorbbereich), Durstgefühl, körperliche Auszehrung, Trockenheit der Schleimhäute, Verschlimmerung durch Bewegung sowie ein Gefühl der inneren Unruhe.

Bei einem Lungen-Yin-Mangel steht die Trockenheit der Schleimhäute im Vordergrund. Bei einem Magen-Yin-Mangel werden die Nahrungsmittel nicht gut verwertet, die Patienten leiden an einem ständigen Hunger- und Durstgefühl und können nicht zunehmen. Wenn die Ursachen eines Yin-Mangels lange Zeit bestehen, so kann dies zu einer Erschöpfung des Leber- und Nieren-Yin führen. Typische Symptome sind in diesem Fall: Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich, Drehschwindel, Reizbarkeit, „Hitze im Bereich der fünf Herzen“, Nachtschweiß, Schlaflosigkeit und spontane Samenergüsse bei Männern.

Bei der Zungendiagnostik kann folgendes gesehen werden: je stärker der Yin-Mangel ist, desto mehr nimmt die Substanz des Zungenbelags und des Zungenkörpers ab. So wird am Anfang der Zungenbelag dünner und verschwindet mit der Zeit vollständig. Auch der Zungenkörper wird schmäler und entwickelt Risse. Die Zungenfarbe wird rot; so dass bei einem starken Yin-Mangel ein roter, rissiger Zungenkörper ohne Zungenbelag gefunden wird. Der Puls bei einem Menschen mit Yin-Mangel ist schnell (shuo), oberflächlich (fu) und dünn (xi).

Wichtig ist, dass die Ursache des Yin-Mangels behoben wird. Oft sind Änderungen des Verhaltens der Menschen, die einen Yin-Mangel haben, von entscheidender Bedeutung. Yin steht in diesem Zusammenhang für Genuss, Ernte, Geduld, Annehmen können, etc.

 Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

 Fleisch

  • Entenfleisch
  • Schweinefleisch

Fisch / Meeresfrüchte

  • Austern
  • Lachs
  • Tintenfisch

Früchte

  • Banane
  • Birne
  • Brombeere
  • Feige
  • Kaki
  • Kokusnuss
  • Longanfrucht
  • Papaya
  • Rosinen

Gemüse

  • Aubergine
  • Artischocke
  • Avocado
  • Olive
  • Spinat
  • Süsskartoffel

Hülsenfrüchte

  • Bohnen
  • Kichererbsen
  • Linsen
  • Sojabohne, gelb

Getreide

  • Dinkel
  • Mais
  • Weizen

Kräuter

  • Bocksdorn (Fr. Lycii)
  • Borretsch (Hb. Boraginis)
  • Eibisch (Rx. Althaeae)
  • Hanfsamen (Sm. Cannabis sativae)
  • Hohlzahn, ockergelber (Hb. Galeopsidis)
  • Immergrün (Hb. Vincae minoris)
  • Isländisches Moos (Lichen islandicus)
  • Leinsamen (Sm. Lini)
  • Lungenkraut (Hb. Pulmonariae)
  • Salomonsiegel (Rz. Poygonati odorati)
  • Seifenkraut (Rx. Saponariae)
  • Sesam (Sm. Sesami indici)
  • Vogelmiere (Hb. Stellariae mediae)
  • Wiesenkleeblüten (Fl. Trifolii pratense)

Algen

  • Agar-Agar
  • Arame
  • Dulse
  • Hijiki
  • Iziki
  • Kombu
  • Nori
  • Wakame

 Milchprodukte

  • Butter
  • Buttermilch
  • Dickmilch
  • Frischkäse
  • Joghurt
  • Käse
  • Milch
  • Sauermilch
  • Sahne
  • Schlagobers
  • Sojamilch
  • Topfen

Pilze

  • Judasohr

Samen / Nüsse

  • Cashewkerne
  • Haselnuss
  • Kokosnussfleisch
  • Leinsamen
  • Mandeln
  • Maroni
  • Pinienkerne
  • Pistazie
  • Sesam
  • Sonnenblumenkerne
  • Walnuss

Süssmittel

  • Agavendicksaft
  • Ahornsirup
  • Honig

Öle / Fette

  • Butter
  • Distelöl
  • Kokosfett
  • Maiskeimöl
  • Olivenöl
  • Sesamöl
  • Sojaöl
  • Sonnenblumenöl
  • Weizenkeimöl

Verschiedenes

  • Hühnerei
  • Marzipan
  • Sojamilch
  • Tofu

Verdauungstrakt

  • Reis 270 g
  • Hafer 100 g
  • Pericarpium Citri reticulatae Mandarinenschalen 30 g
  • Herba Menthae piperitae Pfefferminze 25 g
  • Fructus Cardamomi Kardamon 20 g
  • Radix Glycyrrhizae tosta geröstetes Süßholz 20 g
  • Fructus Carvi gerösteter Kümmel 15 g
  • Radix Gentianae Enzianwurzel 10 g
  • Herba Millefolii Schafgarbe 10 g

Diese Mischung wirkt unterstützend auf den gesamten Verdauungstrakt. Sie hilft, die in unserer Nahrung enthaltenen Bestandteile zu resorbieren (sowohl Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate, als auch Spurenelemente und Vitamine); leitet belastende Anteile über den Darm aus und wirkt schmerzstillend. Sie wirkt unterstützend bei Müdigkeit, Schweregefühl, Appetitlosigkeit, Schwäche des Verdauungstraktes, Neigung zu Übergewicht, etc.

Der Begriff der Nahrungsmittel-Stagnation (chinesisch: shi zhi) bezieht sich auf eine Ansammlung von Nahrungsmitteln im Bereich des Verdauungstraktes (hauptsächlich im Bereich des Mittleren Erwärmers). Typische Symptome einer Nahrungsmittel-Stagnation sind:

Völlegefühl, Schmerzen im Bauchbereich, Abneigung gegenüber einer weiteren Nahrungsaufnahme, übelriechendes Aufstoßen und manches Mal Diarrhö (Durchfall). Entsprecchende Menschen neigen zu Adipositas (Übergewicht).

Es wird ein gelber, dicker Zungenbelag in der Mitte des Zungenkörpers sowie ein gleitender (hua) Puls gefunden.

Eine Nahrungsmittel-Stagnation kann akut auftreten, und zwar immer dann, wenn Menschen zu üppig gegessen haben; oder chronisch, speziell bei Patienten, die einen konstitutionellen Milz-Qi-Mangel aufweisen.

Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

Früchte

  • Ananas
  • Grapefruit
  • Kiwi
  • Papaya

Gemüse

  • Artischocke
  • Rettich
  • Sauerkraut

Getreide

  • Gerste, gekeimt
  • Reis, gekeimt

Kräuter

  • Dillsamen (Sm. Anethi)
  • Liebstöckel (Rx. Levistici) Geschmack
  • Muskatnuss (Sm. Myristicae fragrantis)
  • Rettichsamen (Sm. Raphani)
  • Weissdorn (Fr. Crataegi)

Verschiedenes

  • Alkohol, bitterer
  • Balsamico-Essig
  • Essig
  • Kaffee

Yang

  • Hafer 220 g
  • Buchweizen 150 g
  • Amaranth 50 g
  • Pericarpium Citri reticulate Mandarinenschalen 20 g
  • Radix Angelicae archangelicae tosta geröstete Engelwurz 15 g
  • Radix Glyzyrrhizae tosta geröstetes Süßholz 15 g
  • Rhizoma Zingiberis officinalis getrockneter Ingwer 15 g
  • Fructus Cardamomi Kardamon 15 g

Diese Mischung wurde entwickelt, um Menschen mit einem Vorliegen eines Yang-Mangels zu unterstützen. Traditionelle Texte beschreiben Menschen, bei denen diese vorwiegend vorliegt, folgendermaßen: sie frieren leicht, das Bindegewebe ist schwach und die Hautfarbe blass bzw. leicht gelblich, sie sind geduldig und leider unter Süßverlangen. Normalerweise brauchen sie viel Schlaf.

Menschen, die einen Yang-Mangel aufweisen, fühlen sich körperlich erschöpft. Meistens fehlt es ihnen an Antrieb. Körperlich besteht bei ihnen ein Kältegefühl sowie eine Abneigung gegenüber Kälte. Da diese Kälte aufgrund eines Mangels besteht, empfinden Patienten eine von außen zugefügte Wärme – beispielsweise durch Moxibustion oder zusätzliche Kleidungsstücke – als angenehm.

Weitere typische Symptome sind: eine Schwäche im Bereich des unteren Rückens und der unteren Extremitäten; Schmerzen, die durch Bewegung (Yang!) und Wärmeanwendungen (Yang!) besser werden; Libidomangel, möglicherweise Impotenz, weißer Ausfluss, häufiges Urinieren eines hellen Urins, nächtliches Wasserlassen, Stuhlgang mit Resten unverdauter Nahrungsmittel am frühen Morgen; ein blasser Zungenkörper mit weißem, feuchtem Zungenbelag sowie ein tiefer (chen), langsamer (chi) und leerer (xu) Puls.

Um einen Yang-Mangel zu beheben, benötigt man Zeit. Es wäre ein Fehler, zu glauben, dass bei Menschen, die einen massiven Yang-Mangel aufweisen, durch die Gabe von scharf-heissen Nahrungsmitteln und Kräutern in kurzer Zeit das Yang-Qi tonisiert werden kann. Eine übermäßige Einnahme scharf-heisser Nahrungsmittel und Kräuter würde eher dazu führen, dass sich zusätzlich zu dem bestehenden Yang-Mangel ein Yin-Mangel entwickeln würde (die scharf-heissen Nahrungsmittel und Kräuter verletzen das Yin. Nicht ohne Grund geben die klassischen TCM-Quellen an, dass es bis zu drei Jahren benötigt, um einen Yang-Mangel erfolgreich therapieren zu können!

Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

Fleisch

  • Lammfleisch
  • Pferdefleisch
  • Wildfleisch
  • Ziegenfleisch

Fisch / Meeresfrüchte

  • Garnelen
  • Hummer
  • Krabbe
  • Langusten
  • Miesmuscheln
  • Shrimps

Gemüse

  • Fenchel
  • Frühlingszwiebel
  • Lauch
  • Meerrettich
  • Pepperonie
  • Sellerie
  • Zwiebel

Getreide

  • Amaranth
  • Buchweizen
  • Hafer

Kräuter

  • Anis (Fr. Anisi)
  • Basilikum (Hb. Basilici)
  • Beifuss (Hb. Artemisiae)
  • Bockshornkleesamen (Sm. Foenugraeci)
  • Fenchel (Fr. Foeniculi)
  • Galgant (Rz. Galangeae)
  • Gelbholz, eschenblättriges (Cx. Zanthoxyli)
  • Ingwer (Rz. Zingiber officinalis)
  • Lorbeer (Fol. Lauri nobilis)
  • Nelken (Fl. Caryophylli)
  • Pfeffer, schwarzer (Fr. Piperis nigri)
  • Schnittlauch (Hb. Allii schoenoprasi)
  • Sternanis (Fr. Anisi stellati)
  • Thymian (Hb. Thymi)
  • Wacholder (Fr. Juniperi)
  • Zimtrinde (Cx. Cinnamomi)

Samen / Nüsse

  • Walnuss
  • Maroni

Verschiedenes

  • Rotwein
  • Schnaps
  • Whisky

Blut

  • Dinkel 220 g
  • Weizen 170 g
  • Dattel 35 g
  • Sesam 25 g
  • Pistazie 20 g
  • Petersilienwurzel (Rx. Petroselini) 15 g
  • Pfingstrose, weisse (Rx. Paeonia alba) 15 g
  • Brennessel (Hb. Urticae) 10 g

Diese Mischung unterstützt die Behandlung eines Blut-Mangels.

Klassische Symptome eines Blut-Mangels sind: Gesichtsblässe, leichtes Schwindelgefühl, Schreckhaftigkeit, Trockenheit der Haut und Haare, brüchige Fingernägel, Anfälligkeit zu Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündungen), lebhafte Träume, Nachtblindheit, Trockenheit des Stuhles, sowie eine Menstruationsblutung mit wenig Blut.

Bei allen Arten eines Blut-Mangels wird ein blasser Zungenkörper mit einem trockenen Zungenbelag gefunden. Der Puls ist dünn (xi).

Es gibt mehrere Ursachen für einen Blut-Mangel: Verletzungen, zu starke Menstruationsblutungen, zu starkes Schwitzen, sowie ein Milz-Qi- und Nieren-Yang-Mangel. Diese führen zu einer verminderten Blutproduktion. Aus diesem Grund kann ein übermäßiger Verzehr von Rohkost, sowie die Einnahme von bitter-kalten Kräutern zu einem Blut-Mangel führen.

Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

Fisch / Meeresfrüchte

  • Dorsch
  • Flunder
  • Heilbutt
  • Lachs
  • Scholle
  • Seelachs
  • Seezunge
  • Tintenfisch

Fleisch

  • Entenfleisch
  • Hühnerfleisch
  • Hühnerleber
  • Kaninchenleber
  • Pferdefleisch
  • Putenfleisch
  • Rinderleber
  • Rindfleisch
  • Schweineleber
  • Wildfleisch

Früchte

  • Aprikose
  • Brombeere
  • Dattel
  • Heidelbeere
  • Himbeere
  • Kirsche
  • Longanfrucht

Gemüse

  • Karotte
  • Kürbis
  • Petersilie
  • Petersilienwurzel
  • Schwarzwurzel
  • Spinat

Hülsenfrüchte

  • Kichererbsen
  • Kidney Bohnen
  • Linsen
  • Sojabohne, gelb

Getreide

  • Dinkel
  • Weizen

Kräuter

  • Brennessel (Hb. Urticae)
  • Brunnenkresse (Hb. Nasturtii)
  • Luzerne (Hb. Medicaginis)
  • Petersilienwurzel (Rx. Petroselini)
  • Pfingstrose, weisse (Rx. Paeonia alba)

Algen

  • Dulse
  • Kombu
  • Nori

Samen / Nüsse

  • Haselnuss
  • Kokosnuss
  • Pinienkerne
  • Pistazie
  • Sesam

Süssmittel

  • Honig
  • Melasse, schwarz

Öle / Fette

  • Olivenöl
  • Sesamöl
  • Weizenkeimöl

Verschiedenes

  • Blütenpollen
  • Hühnerei
  • Rotwein

Qi für jeden Tag

  • Reis 250 g
  • Hafer 60 g
  • Amaranth 40 g
  • Pericarpium Citri ret. Mandarinenschalen 20 g
  • Herba Menthae piperitae Pfefferminze 20 g
  • Radix Glycyrrhizae Süßholz 20 g
  • Rhizoma Zingiberis getrockneter Ingwer 20 g
  • Fructus Cardamomi Kardamon 20 g
  • Flos Rosae Rosenblüten 15 g
  • Radix Paeoniae alba weiße Pfingstrosenwurzel 15 g
  • Radix Ginseng Ginsengwurzel 10 g

Diese mild schmeckende Mischung wurde für die tägliche Einnahme entwickelt. Sie kann von der ganzen Familie eingenommen werden und wirkt harmonisierend. Neben einem entspannenden Kraut (Pfefferminze), einem Blut nährenden Kraut (Pfingstrosenwurzel) sowie einem beruhigenden Kraut (Rosenblüten) sind darin Kräuter enthalten, die die Funktion des Verdauungstraktes unterstützen (Mandarinenschalen und Ingwer). Ginseng ist das bekannteste Qi-Stärkungsmittel der TCM. Darüber hinaus unterstützt diese Mischung die Wirkung des Immunsystems. Sie ist thermisch ausgeglichen und kann somit zu jeder Jahreszeit genossen werden.

Der folgende Abschnitt ist hauptsächlich den Qi-tonisierenden Nahrungsmitteln und Kräutern gewidmet. Dabei spielen vor allem zwei Organe eine Rolle: Milz und Lunge. Diese beiden Organe produzieren das nachgeburtliche Qi. Dieses wird über die Nahrung (Milz) oder aus der Luft (Lunge) aufgenommen.

Hauptmerkmale eines Qi-Mangels sind:

Antriebslosigkeit und Müdigkeit sowie der Umstand, dass Anstrengung zu einer Verschlechterung des Befindens führt. Der Begriff „Anstrengung“ bezieht sich in diesem Zusammenhang sowohl auf körperliche Betätigungen als auch auf psychische Belastungen. Menschen mit einem Qi-Mangel sind ruhebedürftig. Üblicherweise ist ein ausschließlicher Qi-Mangel kein schweres Krankheitsbild, da er relativ leicht zu beheben ist. Die Therapie eines Qi-Mangels dauert ungefähr eine Woche, wohingegen die Therapie eines Blut-Mangels drei bis vier Monate in Anspruch nimmt, die Therapie eines Yang-Mangels drei Jahre benötigt und die Therapie eines Yin-Mangels laut TCM-Literatur bis zu sieben Jahren dauern kann.

Milz und Magen, die im Bereich des Mittleren Erwärmers lokalisiert sind, sind für die Produktion und Transformation von Qi und Blut zuständig. Wenn die Milz geschwächt ist, resultiert daraus ein allgemeiner Qi-Mangel. Aus diesem Grund sollte bei einem Qi-Mangel – egal, welches Organ betroffen ist – die Milz gestärkt werden.

Typische Symptome eines Milz-Qi-Mangels sind: Müdigkeit, leichte Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit, weiche Stühle und ein leerer (xu) Puls.

Ein Lungen-Qi-Mangel äußert sich in chronischem Husten und einem allgemeinen Schwächegefühl, einer leisen Stimme und regelmäßigen Schweißausbrüchen, da die Lunge das Öffnen und Schließen der Poren kontrolliert. Die Lunge ist für die Verteilung des Qi im Körper zuständig; daher fühlen sich Patienten mit einem Lungen-Qi-Mangel schwach.

Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

Fleisch

  • Hühnerfleisch
  • Rindfleisch
  • Wachtelfleisch

 Fisch / Meeresfrüchte

  • Forelle
  • Heilbutt
  • Lachs
  • Seelachs
  • Seezunge
  • Thunfisch
  • Zander

Gemüse

  • Erbsen
  • Fenchel
  • Karotte
  • Kartoffel
  • Kürbis
  • Petersilienwurzel
  • Schwarzwurzel
  • Sellerie
  • Süsskartoffel

Hülsenfrüchte

  • Kichererbse
  • Linsen
  • Sojabohne, schwarz
  • Getreide
  • Amaranth
  • Buchweizen
  • Gerste
  • Hafer
  • Hirse
  • Mais
  • Quinoa
  • Reis
  • Roggen

Kräuter

  • Dattel, chinesische (Fr. Ziziphi jujubae)
  • Ginseng (Rx. Ginseng)
  • Gundelrebe (Hb. Hederae terrestris)
  • Salbei (Fol. Salviae)
  • Schafgarbe (Hb. Millefolii)
  • Süssholz (Rx. Liquiritiae)
  • Yamswurzel (Rz. Dioscoreae)

Milchprodukte

  • Butter
  • Schaf-, Ziegenmilch

Pilze

  • Austernpilze
  • Champignon
  • Shitake

Samen / Nüsse

  • Erdnuss
  • Haselnuss
  • Kürbiskerne
  • Maroni
  • Sonnenblumenkerne
  • Walnuss

Süssmittel

  • Honig
  • Malz
  • Vollwertzucker

Öle / Fette

  • Butter
  • Distelöl
  • Kokosfett
  • Maiskeimöl
  • Olivenöl
  • Sesamöl
  • Sojaöl
  • Sonnenblumenöl
  • Weizenkeimöl

Verschiedenes

  • Blütenpollen
  • Datteln
  • Eier, speziell Wachteleier

Rheuma

  • Reis 250 g
  • Hafer 140 g
  • Flos Arnicae Arnikablüten 20 g
  • Radix Harpagophytii Teufelskralle 20 g
  • Radix Paeoniae alba weiße Pfingstrose 20 g
  • Uncaria Tomentosa Krallendorn 10 g
  • Herba Galeopsidis ockergelber Hohlzahn 10 g
  • Fructus Juniperi Wacholderbeeren 10 g
  • Radix Glycyrrhizae Süßholz 20 g

Diese Mischung unterstützt die Behandlung verschiedenster rheumatischer Beschwerdebilder. Teufelskralle und Krallendorn wirken Entzündungen in den Gelenken entgegen. Pfingstrosenwurzel nährt das Blut und wirkt Schmerzen entgegen. Hohlzahn dient zur Regeneration des Gewebes und der Knochen. Süßholz besitzt eine nährende, aber auch entzündungshemmende Wirkung. Arnika hilft bei der Regeneration des Gewebes.

In der chinesischen Medizin wird bei Vorliegen von Wind-Feuchtigkeit oft von einem „Bi-Syndrom“ gesprochen. Zahlreiche rheumatische Erkrankungen können dem „Bi-Syndrom“ zugeordnet werden. Die typischen Symptome und auch die Lokalisation der Schmerzen variieren in Abhängigkeit von der Eindringtiefe der drei „Pathogenen Faktoren“: Wind, Kälte und Feuchtigkeit.

Je nachdem, welcher der drei Faktoren überwiegt, sind die Symptome unterschiedlich: bei Überwiegen des „Pathogenen Faktors“ Wind ist die Schmerzlokalisation starken Änderungen unterworfen; bei Überwiegen der Feuchtigkeit stehen ein Taubheitsgefühl sowie Schwellungen im Vordergrund; bei Überwiegen von Kälte sind es gut lokalisierbare, starke Schmerzen.

Empfohlene Nahrungsmittel und Kräuter

Fisch / Meeresfrüchte

  • Hering
  • Makrele
  • Sardine
  • Thunfisch

Früchte

  • Holunderbeere
  • Johannisbeere
  • Kirsche
  • Papaya

Gemüse

  • Artischocke
  • Fenchel
  • Kartoffel
  • Kohl
  • Rettich

Kräuter

  • Hortensie (Rz. Hydrangea)
  • Krallendorn (Rx. Uncariae tomentosae)
  • Teufelskralle (Rx. Harpagophyti)
  • Traubensilberkerze (Rx. et Rz. Cimicifugae)

Pilze

  • Austernpilze
  • Shitake

Samen / Nüsse

  • Pinienkerne
  • Sesam

Öle / Fette

  • Leinöl
  • Olivenöl
  • Rapsöl
  • Sesamöl

Dr. Florian Ploberger

Dr. med. Florian Ploberger, B.Ac., MA, TCM-Arzt, Tibetologe, Fachbuchautor. Internationale universitäre und interdisziplinäre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen in den Themenbereichen Tibetische Medizin und TCM. Präsident der Österreichischen Ausbildungsgesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (ÖAGTCM). Mehrere Bücher veröffentlicht. (Schwerpunkte: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM sowie Tibetische Medizin). Von der Direktion des Men-Tsee-Khang (Institut für Tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien) mit der Übersetzung der ersten beiden und des letzten Teils des bedeutendsten Werkes der Tibetischen Medizin (rgyud bzhi) beauftragt. Weitere Informationen finden Sie unter www.florianploberger.com